Digital Classifieds Axel Springer holt Online-Rubriken nach Hause

Montag, 08. Dezember 2014
Mathias Döpfner hält Springer auf Wachstumskurs
Mathias Döpfner hält Springer auf Wachstumskurs
Foto: Axel Springer
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Axel Springer holt sein Online-Rubrikengeschäft nach und nach zurück ins eigene Haus. Der Berliner Konzern erhöht den Anteil an den "Digital Classifieds" von 70 auf 85 Prozent und hat sich mit dem Investor General Atlantic zudem auf eine Erwerbsoption hinsichtlich der übrigen 15 Prozent geeinigt. Außerdem bereiten Vorstand und Aufsichtsrat die Umwandlung der Axel Springer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) vor.
Im Bereich der Axel Springer Digital Classifieds, der in den ersten neun Monaten des Jahres einen Umsatz von 357,1 Millionen Euro und ein Ebitda von 160,2 Millionen Euro erzielt hat, bündeln die Berliner neben deutschen Angeboten wie Meinestadt.de unter anderem auch das französische Immobilienportal SeLoger und die britische Jobbörse Totaljobs. Springers Partner im Anfang März 2012 gegründeten Unternehmen ist der globale Wachstumsinvestor General Atlantic, seine Beteiligung lag bisher bei 30 Prozent. Bereits im April dieses Jahres hatte die Finanzbranche über einen möglichen Ausstieg von General Atlantic beziehungsweise einen möglichen Börsengang der Rubrikenangebote spekuliert. Diesen habe man jedoch verhindern wollen, sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner am Montag. Auch Gespräche mit einem anderen Investor für die General-Atlantic-Anteile hätten nicht das gewünschte Ergebnis gebracht - obwohl offenbar sogar ein konkretes Angebot für die betroffenen 30 Prozent vorlag. Stattdessen erwirbt Springer nun für 446 Millionen Euro zunächst einen 15-prozentigen Anteil an den Digital Classifieds, die Döpfner als das "am schnellsten wachsende und profitabelste Segment" Springers bezeichnet. Hinsichtlich des verbleibenden weiteren 15-Prozent-Anteils wurde dem Konzern eine Erwerbsoption eingeräumt. Nimmt er diese wahr, erhält General Atlantic als Gegenleistung Springer-Aktien - und wird dadurch zum zweitgrößten Aktionär des Konzerns. Für den Fall, dass keine Aktien gewährt werden können, können die Berliner den verbleibenden Anteil gegen Zahlung eines Kaufpreises in Höhe von weiteren 446 Millionen Euro zuzüglich Zinsen erwerben.

Ausgelöst von der Classifieds-Transaktion bereiten Vorstand und Aufsichtsrat zudem die Umwandlung der Axel Springer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) vor. Laut Döpfner eine "Weichenstellung für die Zukunft": "Wir werden flexibler für größere Kapitalinvestitionen." Die Erleichterung, an Geld zu gelangen, gilt als einer der Vorteile einer KGaA, den die AG mit sich bringt. Parallel gewährleisten die Eigenschaften einer KG eine persönliche Bindung der Gesellschafter an das Unternehmen. Die endgültige Entscheidung wird erst nach Abschluss der steuerlichen und rechtlichen Prüfungen getroffen. "Mit der Umwandlung in eine KGaA können wir zusätzliches Kapital beschaffen und so das Unternehmen mit noch schnelleren und größeren Wachstumsschritten voranbringen", kommentiert Döpfner.

Bill Ford, CEO von General Atlantic, freut sich auf die Fortsetzung der Partnerschaft mit dem Berliner Konzern und die Möglichkeit, Aktionär zu werden: "Axel Springer Digital Classifieds hat sich als ein Vorreiter im digitalen Rubrikengeschäft bewiesen, und wir sind stolz auf das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaft." Und es gibt wohl noch einen weiteren Grund zur Freude: Beim Einstieg General Atlantics im Jahr 2012 wurde das Rubrikengeschäft gerade einmal mit knapp 1,2 Milliarden Euro bewertet. Aktuell sind es 4 Milliarden. Dass "General Atlantic ein gutes Geschäft gemacht hat", gestand sich am Montag sogar Springer-Chef Döpfner ein. kl
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