Diekmann-Frau Katja Kessler "Mein Mann ist ein ätzender Lektor"

Donnerstag, 23. Oktober 2014
Katja Kessler mit Peter Bulo Böhling (li.) und Daniel Häuser auf den Münchner Medientagen
Katja Kessler mit Peter Bulo Böhling (li.) und Daniel Häuser auf den Münchner Medientagen
Foto: Foto: Medientage München

Katja Kessler, Buchautorin und Frau von „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, plauderte bei den Medientagen München ein wenig aus dem Nähkästchen. Die vierfache Mutter, die unter anderem die Dieter-Bohlen-Biographien geschrieben hat und die erfolgreiche Schwangeren-Lektüre „Das Mami Buch“, hat zuletzt ihren einjährigen Aufenthalt im Silicon Valley in „Silicon Wahnsinn – wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte“ literarisch verarbeitet.
Diekmann, im Buch „Schatzi“, war 2012 mit Axel Springers Vermarktungschef Peter Würtenberger und Martin Sinner, Gründer und Geschäftsführer von Springers Preisvergleichs-Portals Idealo und künftiger Redcoon-Boss, nach Kalifornien gegangen, um für den Medienkonzern die Silicon-Valley-Denke aufzusaugen. Kessler hatte sich kurzfristig entschlossen, mit den vier Kindern mitzuziehen – wohnte allerdings in einem andern Haus als die Springer-Manager und führte in der Zeit mit Diekman eine Wochenend-Beziehung.
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Bild: Bild: Fotolia / Shock

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„Ich war wie ein Astronaut in einer Rakete im Weltall, der dort den Küchendienst schiebt“, beschreibt sie die Zeit auf der „Clap“-Couch auf den Medientagen. In ihrem Buch berichtet sie auf launige Weise von all den Unbillen, die ihr in dieser Zeit widerfahren sind – von der schwierigen Haussuche über nicht funktionierende Heizungen im mitunter „arschkalten“ San Francisco, unfähigen Handwerkern, überlaufenden Toiletten, Behördenproblemen mit Führerscheinen und Aufenthaltsgenehmigungen und wiederkehrenden Aufenthalten im Krankenhaus, wenn sich eines der Kinder verletzt hat.

„Ich war wie ein Astronaut in einer Rakete im Weltall, der dort den Küchendienst schiebt.“
Katja Kessler
Springers Pressestelle habe das Buch vor Veröffentlichung nicht zur Durchsicht bekommen, allerdings habe Diekmann es gelesen – und „wild herum gestrichen“. „Mein Mann ist ein ätzender Lektor“, sagt sie. Außerdem sei er ein „Konjunktivjünger“: „Ich würde Dir helfen bei den Kindern: Wenn Du mir die Füße zeigst, dann würde ich ihnen die Schuhe anziehen“. Doch er teile ihren Humor, dieser sei der „Patex“ ihrer Beziehung. Die promovierte Zahnärztin Kessler hatte nach dem Studium ein Praktikum bei „Bild“ angefangen und unter anderem die halbnackten Mädchen auf Seite 1 betextet. „Das war mein Door Opener“, sagt sie. Binnen kurzer Zeit wurde sie zur Society Reporterin befördert. „Und dann saß ich auf der Oscar-Verleihung neben Robert de Niro“, erzählt sie. Diekmann kam später in die Redaktion. Als die beiden ein Paar wurden, habe sie ihren Job an den Nagel gehängt. Der Grund: Die Kollegen seien ihr anders begegnet als zuvor. pap
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