"Die san doch olle gleich!" Wie Edmund Stoiber für den Urnengang wirbt

Dienstag, 27. August 2013
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Als Ministerpräsident Bayerns erlaubte sich Edmund Stoiber so einige kommunikative Ausrutscher, man denke nur an sein verunglücktes Plädoyer für den Bau des Transrapids in München aus dem Jahr 2002. Seit sich Stoiber als Beirat bei Pro Sieben Sat 1 engagiert, hat sich der im Umgang mit Medien ungelenke Politiker von einst anscheinend in einen mit allen Wassern gewaschenen Entertainer mit Sinn für Selbstironie verwandelt. Dafür spricht auch der jüngste Auftritt Stoibers in der "Geh Wählen!"-Kampagne von Pro Sieben Sat 1. In dem TV-Spot, der inhouse vom Pro-Sieben-Sat-1-Marketing mit den konzerneigenen Agenturen Sugar Ray und Creative Solutions entwickelt wurde, spielt Edmund Stoiber einen waschechten Urbayern, der beim Maß im Biergarten über die Politik herzieht und allerlei Beschimpfungen in seinen Rauschebart nuschelt. "I und wähln, für woosn? Die san doch olle gleich! Oaner wie der andere. Und dafüa soll i mei Kreiz macha? Na! Drei Kreiz mach i, wenn des olles vorbei is", wettert Stoiber, der sich zunächst nicht zu erkennen gibt. Erst am Ende des Commercials streift Stoiber seine Verkleidung ab - und wendet sich mit einer ernst gemeinten Botschaft - und in Hochdeutsch - an die Bevölkerung. "Meckern reicht nicht, gehn Sie wählen!", fordert Stoiber, der seine Entertainerqualitäten bereits Anfang 2012 unter Beweis stellte, als er in einem Glückwunschvideo für den damaligen HORIZONT-Medienmann des Jahres, P7S1-Boss Thomas Ebeling, auftrat.

Der frühere Ministerpräsident Bayerns ist nicht der einzige Promi, der in der "Geh wählen!"-Kampagne der Sendergruppe auftritt. Auch "Stromberg"-Ekel Christoph Maria Herbst, Moderator Claus Strunz und "Germany's next Topmodel"-Finalistin Rebecca Mir wirken bei der Kampagne mit. mas
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