"Die Welt" Stefan Aust bezieht Stellung zur Causa Lachmann

Montag, 15. Februar 2016
Stefan Aust ist Chefredakteur und Herausgeber der "Welt"-Gruppe
Stefan Aust ist Chefredakteur und Herausgeber der "Welt"-Gruppe
Foto: N24 Media GmbH/Oliver Schulze
Themenseiten zu diesem Artikel:

Stefan Aust AfD Günther Lachmann Trennung Marcus Pretzell


Am Wochenende gab "Welt"-Chefredakteur Stefan Aust die Trennung von Redakteur Günther Lachmann bekannt. Dieser hatte sich der umstrittenen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) als Berater angeboten, obwohl er gleichzeitig in seinem Hauptberuf über die Partei berichtete. Nun begründet Aust in einem längeren Beitrag für Welt Online den Schritt.
Darin erklärt Aust zunächst, wie es überhaupt zu der Trennung kam: Der AfD-Politiker und Europa-Abgeordnete Marcus Pretzell hatte Ende Januar via Facebook verbreitet, Lachmann habe der AfD eine Beratungstätigkeit angeboten und dafür ein Honorar verlangt. Der "Welt"-Redakteur habe dies zunächst zurückgewiesen und sogar eine eidesstattliche Erklärung abgegeben. Später musste er die Echtheit seines Beratungsangebots an die AfD allerdings einräumen.  "Ein Journalist, der sich als PR-Berater einer Partei andient, hat seine Unabhängigkeit verloren, seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt – und damit seinen Job" so Aust. Nun solle der Fall lückenlos aufgeklärt und offengelegt werden, "wie es arbeitsrechtlich irgend möglich ist". Zudem wolle man Lachmanns AfD-Berichterstattung "nachträglich kritisch hinterfragen", kündigt Aust an. Über weitere juristische Schritte werde der Axel Springer-Verlag "nach einer detaillierten Untersuchung der Vorgänge" entscheiden. 
„Ein Journalist, der sich als PR-Berater einer Partei andient, hat seine Unabhängigkeit verloren, seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt – und damit seinen Job.“
Stefan Aust
Die Frage ist, wie viel von der Affäre an der "Welt" hängen bleibt. Die Beiträge der Zeitung zur AfD dürften jedenfalls in nächster Zeit unter verstärkter Beobachtung stehen. Und: Ein Imageschaden scheint nicht ausgeschlossen. Das weiß auch Aust und beteuert: "
Ein Vorgang dieser Art wird weder geduldet noch vertuscht oder beschönigt. Das sind wir Ihnen, den Leserinnen und Lesern, den journalistischen Kollegen bei der 'Welt', das sind wir uns selbst schuldig." ire
Meist gelesen
stats