Die Rückkehr des TV-Ad-Blockers Die Fernsehfee ist wieder da

Freitag, 12. Juli 2013
Firmenchefin Petra Bauersachs präsentiert die neue Fernsehfee (Foto: Nicole Bouillon Fotografie)
Firmenchefin Petra Bauersachs präsentiert die neue Fernsehfee (Foto: Nicole Bouillon Fotografie)


Fünf Jahre lang dauerte der Rechtsstreit zwischen RTL und dem Hersteller des TV-Werbeblockers Fernsehfee, der sich 2004 schließlich vor dem Bundesgerichtshof gegen den Privatsender durchsetzen konnte. Nun kommt die zweite Generation des Receivers auf den Markt, der Werbung automatisch ausblendet. Ob das Gerät angesichts der weit fortgeschrittenen Digitalisierung und der sich rasant verändernden Nutzungsgewohnheiten noch zeitgemäß ist, muss sich aber erst noch zeigen.
Zur Erinnerung: 1999 kam die Fernsehfee erstmals in den Handel. Das Gerät blendet Werbung entweder aus oder wechselt automatisch den Kanal, wenn ein Werbeblock läuft. RTL sah durch den Werbeblocker sein Geschäftsmodell gefährdet und versuchte, den Vertrieb der Fernsehfee gerichtlich verbieten zu lassen. Der Rechtsstreit zog sich fünf Jahre lang hin, bis der Bundesgerichtshof den Verkauf der Geräte 2004 in letzter Instanz zuließ.

Nach mehrfachen Ankündigungen kommt nun die zweite Generation der Fernsehfee in den Handel. Auch das neue Gerät, das auf dem Google-Betriebssystem Android basiert, ermöglicht die Vermeidung von Werbung: Beginnt ein Werbespot, schaltet die Fernsehfee das Programm entweder stumm oder wechselt automatisch den Kanal. Beim Zappen werden Sender, auf denen gerade Reklame zu sehen ist, übersprungen. Außerdem bietet der Receiver Zugriff auf Android-Apps, hat eine Online-Aufnahmefunktion und kann mit digitalen Endgeräten wie Computer, Tablet oder Smartphone vernetzt werden. Die Fernsehfee mit HD-Sat-Receiver kostet 99 Euro und ist entweder direkt über den Hersteller TC Unterhaltungselektronik oder bei Amazon und Ebay erhältlich.

Ob das von den privaten Fernsehsendern einst gefürchtete Gerät anno 2013 noch eine Bedrohung für die Sender darstellt, erscheint jedoch fraglich. Die meisten modernen Smart-TVs haben mittlerweile ohnehin einen integrierten Digital-Receiver. Durch die Abschaltung des analogen Satellitensignals mussten zudem viele Haushalte auf digitalen Empfang umstellen. Die Bereitschaft, sich eigens zur Vermeidung von Werbung einen neuen Receiver anzuschaffen, dürfte daher nur gering sein. Hinzu kommt, dass sich viele Zuschauer ihr Programm mittlerweile individuell im Internet zusammenstellen. Somit hat RTL mit seiner Klage trotz der Niederlage vor Gericht vor allem eines gewonnen: Wertvolle Zeit.

Ob die Kölner erneut gegen die Fernsehfee vorgehen werden, ist noch unklar. Auf Nachfrage teilt der Sender mit: "Wir werden uns dieses neue Angebot genau ansehen. Wir behalten uns grundsätzlich vor, gegen Angebote vorzugehen, bei denen wir unsere Rechte verletzt sehen." dh
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