Dezentrale TV-Werbung Küchenhändler Hebeisen startet mit Seven-One regionale TV-Kampagne

Freitag, 06. Februar 2015
Seven-One Chef Thomas Wagner präsentiert einen ersten regionalen TV-Kunden
Seven-One Chef Thomas Wagner präsentiert einen ersten regionalen TV-Kunden
Foto: Pro Sieben Sat 1

Seven-One Media hat den ersten Kunden, der regionale TV-Werbung bucht. Im Dezember hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die regionale Werbung auf Pro Sieben für zulässig erklärt. Das Urteil hat den Charakter eines Präzendenzfalls. Die Kampagne von Hebeisen startet im März und wird nur in Hessen auf Sat 1 und Pro Sieben ausgestrahlt.
Bislang ist Hebeisen vor allem im Radio aktiv und will nun mit regionaler Fernsehwerbung seinen Media-Mix ergänzen. Das Budget für den Flight ist jedoch zusätzliches Geld und wird nicht von Hörfunk abgezogen. Die Radiosender hatten sich über ihre Verbände APR und VPRT kritisch zum Leipziger Urteil geäußert. Sie befürchten, dass nennenswerte Budgets abgezogen und in TV gesteckt werden. Hebeisen ist für Seven-One Media ein Neukunde und passt damit zur Strategie des Pro-Sieben-Sat-1-Vermarkters, mit regionaler Werbung Kunden für TV aufzubauen, die bislang nur in andern Medien geworben haben. Der Ansatz von Seven-One ist damit ein anderer als der von Konkurrent IP Deutschland. Die Kölner hatten diese Woche ebenfalls den ersten Kunden für regionale Werbung genannt. Die Spirituosenmarke Kleiner Feigling von Waldemar Behn ist jedoch bereits national im TV aktiv und verstärkt nun zur Karnevalszeit in Nordrhein-Westfalen die Präsenz im Fernsehen.

Kleiner Feigling
Bild: Waldemar Behn GmbH

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Pro Sieben Sat 1 hatte das Recht auf regionale Werbung auf nationalen Sendern durch alle Instanzen hindurch erstritten. Bereits 2012 hatte der Konzern erste Pläne präsentiert, auch in einzelnen Regionen werben zu wollen. In den vorhergehenden Instanzen waren die Gerichte jedoch der Auffassung der Radiosender und Zeitungsverleger gefolgt, dass regionale Werbung auf nationalen Sendern nicht zulässig ist, weil eine Auseinanderschaltung des Programms nicht vorgesehen ist. Das Bundesverwaltungsgericht hatte dagegen klar zwischen Programm und Werbeblock unterschieden und die Auseinanderschaltung der Werbung für rechtens erklärt.

Spannend wird, ob sich die Ministerpräsidenten, die für das Rundfunkrecht zuständig sind, auf legislativer Ebene mit dem Thema beschäftigen werden. Die mit TV konkurrierenden Medien und auch die Landesmedienanstalten hatten dies in Stellungnahmen gefordert. Sie wollen, dass nationalen TV-Sendern die regionale Aussteuerung verboten wird. pap
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