Deutsches "Breaking Bad"? ZDF dreht Miniserie mit Bastian Pastewka

Freitag, 21. März 2014
ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler
ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler

Seit zwei Jahren krempelt ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler das Programm des öffentlich-rechtlichen Dickschiffs konsequent um. Im Interview mit der "Frankfurt Allgemeinen" verrät Himmler, was die Zuschauer in den kommenden Monaten an neuen Programmen erwartet. Besonders die fiktionalen Formate liegen dem Programmchef am Herzen: "Mein Ziel ist es, dass unsere fiktionalen Programme die Referenz für den europäischen Markt sind." "Wir haben mit 'Unsere Mütter, unsere Väter' gezeigt, dass wir im deutschen Fernsehen ambitioniert erzählen können", so Himmler im Gespräch mit der Zeitung: "Diesen Weg gehen wir konsequent weiter, zum einen im Segment der Event-Mehrteiler, zum anderen im Bereich der Miniserien, in denen wir komplexe Charaktere und horizontale Geschichten über eine Woche hinweg erzählen möchten, vergleichbar mit (...) 'Breaking Bad'". Gemeint ist eine für Anfang 2015 geplante vierteilige Miniserie mit Bastian Pastewka: Der Comedian spielt darin einen arbeitslosen Graphiker, der Falschgeld druckt, um seine Familie zu ernähren - bis die Mafia vor der Tür steht. In einer weiteren vierteiligen Krimi-Miniserie mit dem Arbeitstitel "Die Lebenden und die Toten" spielt Jürgen Vogel die Hauptrolle. Außerdem ist für den Herbst der Event-Mehrteiler "Die Abrechnung" geplant, der von Wirtschaftsdramen wie der Schlecker-Pleite inspiriert ist.

Außerdem arbeitet das ZDF an mehreren neuen Krimireihen: Neben der Neuauflage von "Ein Fall für Zwei" mit Antoine Monot jun. und Wanja Mues sind für den Samstagabend eine Reihe neuer Krimis mit humorvollen Einschlag geplant: "Das Gesicht der Samstagskrimis wird sich wandeln. Wir setzen auf junge Ermittler, moderne Erzählweisen und mehr Humor."

Auch im Bereich seiner Lizenzserien hat sich das ZDF weiter verstärkt und sich die Rechte an der Showtime-Produktion "Ray Donovan" gesichert. "Das ist im Augenblick eine der stärksten neuen Serien auf dem amerikanischen Markt, mit Liev Schreiber und Jon Voight in den Hauptrollen", schwärmt Himmler.

Im Bereich Comedy sind unter anderem für die Sommerpause der "Heute Show" ebenfalls drei neue Formate in der Entwicklung: "Ohne Garantie" ist eine "Panel-Show" zu Verbraucherthemen, "Quaken hat kein Echo" eine Wissenschaftsshow und "Vier sind das Volk" eine Polit-Comedy mit Wigald Boning, Bernhard Hoecker, Sebatsian Pufpaff und Philip Simon.

Nicht zuletzt im Vorabendprogramm sind zwei neue Serien geplant: In "Dr. Klein" spielt Christine Urspruch eine Kinderärztin, "Sibel und Max" spielt in einer multikulturellen Großstadtpraxis.

In Bezug auf das schlingernden Showtanker "Wetten, dass ..?" gibt sich Himmler übrigens betont gelassen: "Wenn Sie den Vergleich zu früheren Zeiten nehmen, sehen die Zuschauerzahken nicht gut aus. Wenn ich aber auf das Show-Programm der Konkurrenz schaue, relativiert sich der Blick: 5,8 Millionen Zuschauer für 'Wetten , dass ..?', drei Millionen für die Konkurrenz am Samstagabend bei RTL." Nichtsdestotrotz suche man jenseits von "Wetten, dass ..?" nach Formaten, die zum Profil des öffentlich-rechtlichen ZDF passen. dh
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