Von Placebos, Spießertum und langen Rüsseln Die besten Sprüche vom Deutschen Medienkongress

Freitag, 23. Januar 2015
Günther Oettinger auf dem Deutschen Medienkongress
Günther Oettinger auf dem Deutschen Medienkongress
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Launige Impulsvorträge, kontroverse Diskussionen, lockeres Geplauder: Auf dem Deutschen Medienkongress war alles geboten. HORIZONT Online präsentiert die besten Sprüche von dem Branchenevent.

Renate Künast, MdB und Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz

Renate Künast auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt
Renate Künast auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wenn Sie denken, ich hätte den Verbraucherschutz erfunden, ehrt mich das, stimmt aber nicht." "Unternehmen wären gut beraten, zwischen Information und Werbung zu trennen."

"Klassische Werbung entwickelt sich dahin, immer mehr Gefühle zu vermitteln. Der neue McDonald's-Spot zum Beispiel ist hocherotisch."

"Was früher der Tabak war, ist heute der Zucker"

"Werbung für legale Produkte zu verbieten geht gar nicht. Wenn meine Mitarbeiter mir mit einer solchen Idee gekommen wären, hätte ich sie aus dem Büro gejagt."

Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik RTL

Tobias Schmid
Tobias Schmid (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Man kann soziale Missstände nicht durch Werbeverbote bekämpfen. Das ist eine Placebo-Diskussion."

Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur Digitale Medien FAZ

Mathias Müller von Blumencron
Mathias Müller von Blumencron (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Die Möglichkeiten für den Journalismus im Netz sind hervorragend - wenn man die Geschäftsmodelle mal ausklammert."

"Wir müssen uns mit Pegida auf kämpferische Art und Weise auseinandersetzen."

Brigitte Fehrle, Chefredakteurin Berliner Zeitung

Brigitte Fehrle
Brigitte Fehrle (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wir dürfen Pegida nicht ausgrenzen, müssen aber dagegenhalten."

"Im Netz gibt es eine unfassbare Menge Müll."

"Keine Website ist frei von der Frage: was klickt?"

Peter Kloeppel, Chefmoderator RTL

Peter Kloeppel
Peter Kloeppel (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Television is alive and kicking!"

"Fernsehberichterstattung ist unabhängig von der Hardware, deswegen bin ich für TV sehr optimistisch."

Juliane Leopold, Chefredakteurin Buzzfeed Germany

Juliane Leopold
Juliane Leopold (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Social ist unsere Homepage."

"Derzeit haben wir den Erfolg, den wir wollten."

"Wenn Sie mich fragen, dann machen wir eher einen 'taz'- als einen 'Bild'-Boulevardjournalismus."

Andreas Mundt, Präsident Bundeskartellamt

Andreas Mundz
Andreas Mundz (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wir machen die Märkte nicht, wir bewerten sie nur."

"Aus meiner Sicht brauchen wir keine Änderung des Kartellrechts."

Michael Grabner, Geschäftsführer Michael Grabner Media

Michael Grabner
Michael Grabner (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wenn die Printmedien noch länger bestehen wollen, brauchen sie die Hilfe des Kartellamtes."

"Das Bundeskartellamt muss eine Marktdefinition anwenden, die der digitalen Revolution gerecht wird."

Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutsche Fußball Liga

Christian Seifert
Christian Seifert (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Der Schutz des Spiels steht im Vordergrund, nicht das Medienrecht. Die Vermarktung folgt danach - dann aber konsequent und hochprofessionell."

Günther Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft

Günther Oettinger auf dem Deutschen Medienkongress
Günther Oettinger auf dem Deutschen Medienkongress (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Einen Bordeaux können Sie europaweit mitnehmen, Sky ist national begrenzt."

"Was Google in den vergangenen 15 Jahren hochgezogen hat, ist Weltklasse."

"Google wird nie Kellner sein, sondern immer nur Koch. Sie wollen immer im Mittelpunkt der Wertschöpfung bleiben."

"Nirgends ist Spießertum so gut organisiert wie in Deutschland."

Oliver Wurm, freier Journalist und Medienunternehmer

Oliver Wurm
Oliver Wurm (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wenn etwas in Print nicht funktioniert, heißt es: Hätte man wissen müssen. Klappt etwas bei Youtube nicht, wird das als irgendwie nicht so schlimm angesehen."

"Wenn ich mich nur auf den Kioskverkauf verlasse, bin ich verlassen"

Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung SevenOne Media

Thomas Wagner
Thomas Wagner (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Die globalen Player aus dem Silicon Valley neigen dazu, ihre eigenen Systeme durchzudrücken."

"2015 wird TV endgültig in die digitale Zukunft vorstoßen."

Tina Beuchler, Vorsitzende OWM und Digital & Media Director Nestlé Deutschland

Tina Beuchler
Tina Beuchler (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Im Mobile-Bereich sehe ich für Banner und Pre-Rolls keine großen Märkte."

"Mobile fordert und fördert ernst gemeinte Kreativität"

Tina Müller, CMO Opel

Tina Müller
Tina Müller (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Facebook, Twitter, Instagram sind Medien wie Bunte oder Gala - die Kunst ist, das zu orchestrieren."

"Die Automobil-Branche wandelt sich vom Produkt- zum Serviceanbieter."

Jens Bischof, Mitglied Passagevorstand Lufthansa

Jens Bischof
Jens Bischof (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wir wandeln uns von einer Transportmarke zu einer Erlebnismarke."

Jürgen Kaube, Mit-Herausgeber Frankfurter Allgemeine Zeitung

Jürgen Kaube
Jürgen Kaube (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Es kann keinen zweiten Frank Schirrmacher geben."

"Wir müssen uns fragen, wer sind wir und was wollen wir sein? Der Rest ist der Markt."

Franziska Augstein, Redakteurin Süddeutsche Zeitung

Franziska Augstein
Franziska Augstein (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Pressehäuser müssen ihre Ansprüche an die Rendite zurückschrauben, mehr als 10 bis 15 Prozent werden in der Regel nicht mehr drin sein – und auch damit kann man leben."

"Allein eine Prognose macht aus einem florierenden Unternehmen eine lahme Ente."

"Dem Online-Journalismus wird mehr Lukrativität zugetraut, als er wahrscheinlich einlösen kann."

"Content klingt nach Container, in die man alles kippen kann."

Julia Jäkel, Vorsitzende der Geschäftsführung Gruner + Jahr

Julia Jäkel auf dem Deutschen Medienkongress
Julia Jäkel auf dem Deutschen Medienkongress (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Die Zeiten sind vorbei, wo sich alle damit beschäftigen, wer den längsten Rüssel hat."

Andreas Wiele, Vorstand Vermarktungs- und Rubrikenangebote Axel Springer

Andreas Wiele
Andreas Wiele (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Das Fernsehen verkauft auch noch den 11. Kontakt zum selben Dauerzuschauer genauso wertvoll wie wir unsere Erstkontakte zu Menschen, die ihre Titel bewusst kaufen und lesen."

Philipp Welte, Verlagsvorstand Hubert Burda Media

Philipp Welte
Philipp Welte (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Ich liebe diese Industrie."

"Ich finde, Tierfutter ist eine tolle Sache. Wir haben zwei Katzen und einen Hund."

Gabor Steingart, Herausgeber Handelsblatt

Gabor Steingart
Gabor Steingart (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Allen ginge es besser, wenn sie mehr ökonomischen Sachverstand besäßen - vielleicht auch den Katzen."

"Wir wollen nicht in den Werbeblock vor die ,Tagesschau‘, sondern in die ,Tagesschau‘."

Thomas de Buhr, Managing Director Twitter Germany

Thomas de Buhr
Thomas de Buhr (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Mein Smartphone ist mein Mini-Me geworden."

Lars Lehne, Country Director Agency Google Deutschland

Lars Lehne
Lars Lehne (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Um Mobile zu gewinnen, müssen die Unternehmen risikofreudiger werden - also etwas weniger deutsch."

"Display hat ein Mengen-, Qualitäts- und Kreationsproblem."

Christoph Schuh, Vorstand Tomorrow Focus

Christoph Schuh
Christoph Schuh (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wir müssen eine gesunde Dosis von Werbung finden."

"Transaktionen, die mobil beginnen auch mobil zu beenden, ist die Herausforderung für 2015."

Matthias Ehrlich, Präsident BVDW

Matthias Ehrlich
Matthias Ehrlich (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Es ist statistisch erwiesen, dass die Mehrheit der erfolgreichen Chefs Arschlöcher sein müssen."

Martin Krapf, Geschäftsführer Wirkstoff TV

Martin Krapf
Martin Krapf (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Warum schaut der Hund ins Wasser, obwohl er keinen Durst mehr hat? Weil es sich bewegt."

Paul Mudter, Geschäftsleiter IP Interactive und Vorsitzender OVK

Paul Mudter
Paul Mudter (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Der Banner lebt."

"Digitale Werbung kann alles und mehr."

Manfred Bissinger, Geschäftsführer Bissinger +

Manfred Bissinger auf dem Deutschen Medienkongress
Manfred Bissinger auf dem Deutschen Medienkongress (Bild: Alexander Hassenstein, Getty Images)
"Die Verlage zerbröseln sich gerade in atemberaubender Geschwindigkeit."

"Wir erleben in der Verlagswirtschaft, wie sich der Kapitalismus auch hier überholter Strukturen entledigt."

"Wir haben hier zu wenige Köpfe, die bereit sind, schonungslos zu denken und das auch schonungslos öffentlich zu machen."

"Wir müssen zur Kraft und Magie des Storytellings zurückfinden und mit einer eigenen Stimme Geschichten erzählen, die berühren."

Paul Remitz, CEO MediaCom

Paul Remitz
Paul Remitz (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Es ist klar, dass man tolle Geschichten nicht in 10- oder 20-Sekündern erzählen kann."

"Die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs liegt bei 12 Sekunden, die eines Mitteleuropäers bei 8."

Lukas Kircher, Geschäftsführer C3

Lukas Kircher
Lukas Kircher (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Im B2B-Bereich werden viele PR-Etats zugunsten von Content Marketing abgeräumt."

Thomas Strerath, künftiger Vorstand Jung von Matt

Thomas Strerath
Thomas Strerath (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Viele denken, bei Paid Media dürfe man den Kunden anrülpsen wie man will, man habe ja bezahlt."

"Ich bin keiner, der einen Ball nur fängt, wenn er ihn zugeworfen bekommt."

Michael Willeke, Director Marketing Communications Coca-Cola

Michael Willeke
Michael Willeke (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Wir dürfen nicht nur auf Agenturen hören sondern darauf, was die Kunden uns sagen."

Alexander Schill, Kreativchef Serviceplan

Serviceplan-Manager Alexander Schill
Serviceplan-Manager Alexander Schill (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Viele Ideen sind den Konsumenten zu kompliziert. Ich lese auch keine Mails, die mehr als 2 Absätze haben."

"Manche Marketiers haben Angst vor Marketing."

"Auf die kreative Umsetzung kann man im Zweifel auch Affen dressieren."

Martin Blach, CEO Hirschen Group

Martin Blach
Martin Blach (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"Deutschland ist ein Ingenieursland, kein Kreativland."

"Bei Awards wird zu selten der Nutzen einer Kampagne hinterfragt. Das ist ein wenig wie Sex ohne Partner."

Dörte Spengler-Ahrens, Geschäftsführerin Kreation Jung von Matt/Elbe

Dörte Spengler-Ahrens auf dem Deutschen Medienkongress
Dörte Spengler-Ahrens auf dem Deutschen Medienkongress (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)
"In dem Moment, wo wir den einen Case haben, der zeigt, dass es auch bei uns geht, wird der Mut bei allen Beteiligten wachsen."

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