Deutscher Medienkongress 2017 Wenn der Google-Manager der größte TV-Fan ist

Dienstag, 17. Januar 2017
Andreas Bartl (RTL 2), Petri Kokko (Google) und Thomas Wagner (Seven One Media) diskutierten auf dem Deutschen Medienkongress über die Zukunft des Fernsehns
Andreas Bartl (RTL 2), Petri Kokko (Google) und Thomas Wagner (Seven One Media) diskutierten auf dem Deutschen Medienkongress über die Zukunft des Fernsehns
© Getty Images / Maja Hitij

Klassisches Fernsehen ist tot, darüber ist sich so manches Fachpublikum einig. Anders beim Deutschen Medienkongress 2017. Dort outete sich selbst Google-Manager Petri Kokko als großer TV-Fan - wenn auch nicht ohne Einschränkungen. "Wie jeder Finne schaue ich begeistert Formel 1. Aber außer mir schaltet niemand in meiner Familie das Fernsehgerät ein."
Welche Zukunft wartet also auf die Gattung, deren Tod zwar schon oft beschworen, aber noch lange nicht in Sicht zu sein scheint? So vermeldet die AGF für das zurückliegende Jahr 2016 eine unverändert hohe TV-Nutzung, auch die Werbespendings steigen. In Frankfurt versucht Moderatorin Juliane Paperlein, Ressortleiterin bei HORIZONT, mit fünf Thesen und drei Diskutanten ein realistisches Zukunftsszenario für die Entwicklung der Gattung zu zeichnen.

These 1: Junge Zielgruppen kommen ins lineare Fernsehen zurück, wenn sie älter werden und sich ihre Lebensumstände ändern

Für Andreas Bartl, Geschäftsführer RTL 2/El Cartel Media, eine "wünschenswerte Entwicklung", aber unsicher. Weil es grundsätzlich nicht so sei, dass die junge Zielgruppe per se kein Fernsehen mehr schaut, fahre man bei RTL 2 zweigleisig. Mit dem digitalen Angebot RTL 2 You versuche man herauszufinden, was den Nachwuchs interessiert. Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Seven-One Media pflichtet ihm bei. Laut AGF liege die TV-Nutzung bei den 14- bis 34-Jährigen bei 68 Prozent. Die Zielgruppe sei zwar alles andere als homogen, dennoch glaubt auch Wagner an eine problemlose Koexistenz von linearem und non-linearem Bereich. Digitalvertreter Kokko grätscht, trotz eigener TV-Leidenschaft, dazwischen: "Ich glaube, das Risiko ist groß, dass die Jugend nicht zurückkommen wird."
Alte Oper Medienkongress 2017
Bild: Getty Images / Maja Hitij

Mehr zum Thema

#DMK17 Das große Special zum Deutschen Medienkongress

These 2: JICs haben keine Zukunft, stattdessen werden die Zahlen künftig von anderen Anbietern ermittelt

Besondere Aufmerksamkeit für Petri Kokko: Seit knapp zwei Jahren sitzt Google mit der AGF an einem Tisch und versucht, eine gemeinsame Bewegtbildwährung auf den Markt zu bringen. Ergebnis: bislang keines. Am Dienstag sagt Kokko: "Kurzfristig sehe ich eine Zukunft für JICs, wir arbeiten mit hohem Druck daran." Aber: Youtube gebe es mittlerweile in fast 100 Ländern, zusätzliche Plattformen kämen nach und nach dazu. Mittel- und langfristig müsse die Branche deshalb andere Lösungen finden.

These 3: Das Smartphone wird zum wichtigsten Gerät, um Bewegtbildinhalte zu konsumieren

Die TV-Vertreter glauben an die Zukunft der Ko-Existenz. Während Seven-One-Chef Wagner den großen Screen vor allem dann gewinnen sieht, wenn es um Emotionen geht, sieht RTL-2-Mann Bartl das Smartphone in der Shortform vorne. Google-Manager Kokko prophezeit dagegen, dass Youtube nicht nur mehr denn je mobil, sondern auch in den Wohnzimmern geschaut werde.
  • 45402.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45403.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45376.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45381.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45384.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45386.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45387.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45389.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45391.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45405.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45407.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45408.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45409.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45411.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45412.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45413.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45421.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45419.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45420.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45422.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45423.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45424.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45425.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45442.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45443.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45445.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45446.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45447.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45450.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45451.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45452.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45454.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45456.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45457.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45458.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45460.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45461.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45462.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45463.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45465.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45466.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45467.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45468.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45469.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45470.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45471.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45472.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45473.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45476.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45477.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45478.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45479.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45480.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45482.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45484.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45485.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45488.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45489.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45490.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45491.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45492.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45493.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45494.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45496.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45497.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45498.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45499.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45501.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45502.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45503.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45504.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45506.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45507.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45508.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45512.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45513.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45514.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45515.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45516.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45517.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45518.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45519.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45521.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45522.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45524.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45525.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45526.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45527.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45528.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)
  • 45529.jpeg
    (Bild: Getty Images / Maja Hitij)

These 4: Sonderwerbeformen können die klassische TV-Kampagne nicht ersetzen

Bei diesem Punkt sind sich die Diskutanten weitgehend einig: Kreativität entscheidet (Kokko). TV-Kampagnen seien notwendig für die schnelle Reichweite, Sonderwerbeformen "das Zuckerl" (Wagner) und vor allem sinnvoll im Bereich von Adressable TV (Bartl).

These 5: Virtual Reality wird im TV keine große Rolle spielen

Er sei ein Tech-Optimist, sagt Petri Kokko. Deswegen glaube er an eine flächendeckende Zukunft von Virtual Reality. Allerdings müsse man "noch viel im Storytelling lernen". Die TV-Manager Wagner und Bartl zeigten sich nicht weniger begeistert, wenn auch zurückhaltender. Bartl: "VR bietet ohne Frage ein wahnsinnig faszinierendes Seherlebnis. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas für den Tagesgebrauch sein wird." kan
Meist gelesen
stats