Deutscher Medienkongress 2017 Chefredakteure beraten über bessere Terror-Berichterstattung

Dienstag, 06. September 2016
Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt ist einer der Diskutanten beim Deutschen Medienkongress 2017
Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt ist einer der Diskutanten beim Deutschen Medienkongress 2017
Foto: Online Marketing Rockstars

Müssen Medien auf Anschläge und Amokläufe anders reagieren? Dieser brisanten Frage stellen sich fünf Top-Journalisten beim Deutschen Medienkongress.
Die Kritik am medialen Umgang mit Terror und Amokläufen wird lauter. Viele Bürger monieren eine "aufgeregte Berichterstattung mancher Medien", wie eine aktuelle Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag der "FAZ" ergibt. Zudem warnen immer mehr Experten davor, den Terroristen in die Hände zu spielen. Denn diese "messen den Erfolg ihrer Anschläge auch am medialen Widerhall", wie der Journalist Georg Mascolo und der Terror-Experte Peter Neumann in der "Süddeutschen Zeitung" betonen. Sie fordern zum Beispiel, Bilder und Videos des "IS" nicht mehr zu verwenden, weil diese gezielt für die Propaganda produziert werden. Zurückhaltung sei besonders bei der Berichterstattung über Amokläufer geraten, weil hier eine große Gefahr der Nachahmung bestehe. Noch weiter gehen der Kriminologe Frank J. Robertz und der Medienwissenschaftler Robert Kahr in ihrem neuen Buch "Die mediale Inszenierung von Amok und Terrorismus". Sie glauben unter anderem, dass zu viele Details über Täter und Tathergang die Identifikation mit den Mördern leichter machen. Französische Medien haben auch bereits angekündigt, die Namen von Attentätern nicht mehr zu nennen und ihre Fotos nicht mehr zu zeigen.

Sollten die deutschen Medien da mitziehen? Und wie sieht eine glaubwürdige Berichterstattung aus, die weder Panik verbreitet noch verharmlosend wirkt? Über diese und viele weitere Fragen diskutiert beim Deutschen Medienkongress in Frankfurt eine hochkarätige Runde: Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell, Richard Gutjahr, Journalist und Blogger, Wolfgang Krach, Chefredakteur Süddeutsche Zeitung, Julian Reichelt, Chefredakteur Bild.de, und Sonja Schwetje, Chefredakteurin N-TV.

Der Deutsche Medienkongress 2017 findet am 17. und 18. Januar 2017 in der Alten Oper Frankfurt statt. Top-Manager aus Unternehmen, Agenturen und Medien werden dort die wichtigsten Zukunftstrends der Branche diskutieren. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung ist die Verleihung des HORIZONT Award an die Männer und Frauen des Jahres 2016. Alle Informationen gibt es unter deutscher-medienkongress.de. hor

Deutscher Medienkongress 2017

Der Normalpreis für die Teilnahme beträgt 1299 Euro. Wer sich frühzeitig für eine Anmeldung entscheidet, profitiert von einem reduzierten Preis von 999 Euro (bis 31. Dezember). HORIZONT-Abonnenten erhalten zusätzlich einen Rabatt von 100 Euro auf die Kongressgebühr. Darüber hinaus gibt es bei einer Anmeldung ab dem dritten Teilnehmer eines Unternehmens 50 Prozent Rabatt. Die Anmeldung berechtigt gleichzeitig zum kostenfreien Besuch des HORIZONT Award.

Veranstalter des Deutschen Medienkongresses 2017 sind HORIZONT und The Conference Group.

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