Deutsche Medien-Manufaktur "Landlust"-Verlag plant Titeloffensive gegen Nachahmer und Aufbau von Lizenzgeschäft

Montag, 26. Juni 2017
Die DMM-Geschäftsführer Malte Schwerdtfeger (links) und Frank Stahmer nehmen LV-Chef Hermann Bimberg in ihre Mitte
Die DMM-Geschäftsführer Malte Schwerdtfeger (links) und Frank Stahmer nehmen LV-Chef Hermann Bimberg in ihre Mitte
Foto: Tanja Hirner / DMM

Neue Triebe: Die Deutsche Medien-Manufaktur (DMM), die junge Tochterfirma von G+J und dem Landwirtschaftsverlag, will ungeachtet der verzögerten Zusammenführung von Vertrieb und Vermarktung weiter druckvoll Titel launchen – und das nach sechs Einführungen bereits im ersten Jahr.

Man denke sowohl an neue Konzepte als auch an Ableger bestehender Magazine, um Kioskregalplatz gegen Nachahmer zu besetzen, deuten die DMM-Chefs im Interview mit HORIZONT an. „Es geht doch schließlich darum, Präsenz am Kiosk zu zeigen. Deshalb wird hier von uns auch noch mehr kommen“, sagt DMM-Geschäftsführer Frank Stahmer.

Außerdem will die DMM ihren Erfolgstitel „Landlust“ im Food-, Living- und Reisemarkt lizenzieren – und ihn fürs Werbegeschäft „ein Stück weit öffnen“. Noch vor zwei Jahren hatte man dort die Zahl der Anzeigenseiten im redaktionellen Teil limitiert und nach eigenem Empfinden allzu grelle oder negative Motive abgelehnt. Auch „Essen & Trinken“ soll im Lizenzmarkt künftig eine Rolle spielen. „Und wer weiß, ob wir nicht eines Tages ,Hygge‘-Lizenzen an Verlage im Ausland vergeben?“, so Malte Schwerdtfeger, der neue Sprecher der DMM-Geschäftsführung, mit Blick auf das gerade gelaunchte Wohlfühl-Magazin.

Bei „Essen & Trinken mit Thermomix“ plant man gemeinsam mit Vorwerk Digitalprodukte. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine bezahlpflichtige Rezeptdatenbank, die über ein WLAN-fähiges Zusatztool direkt auf dem Display der Thermomix-Geräte ausgespielt wird (HORIZONT 39/2016). Außerdem denkt DMM jenseits ihrer Printmarken über „neue B-to-C-Angebotsformen nach, auch plattform- und medienübergreifend“. Im ländlichen Raum sei hier noch viel Potenzial, sagt Hermann Bimberg, Chef des Landwirtschaftsverlags (LV).

Unterdessen nimmt das Organigramm der paritätischen Tochterfirma von G+J und LV Gestalt an. Im Sommer 2015 hatten beide ihre Pläne verkündet. Vor einem Jahr hat die DMM die Arbeit aufgenommen – doch erst jetzt im August startet das künftig in Münster beim LV angesiedelte Abo-Marketing für die mittlerweile zwölf gemeinsamen Titel. G+J EMS in Hamburg beginnt mit der Vermarktung sogar erst ab Herbst, zum Stichtag Januar 2018. Immerhin: Rubrikgeschäft und Personalwesen (beides jetzt Münster) sowie Recht und Controlling (Hamburg) sind zusammengeführt. Die Redaktionen bleiben an ihren Standorten.

In ihrem ersten Interview erklären die DMM- und LV-Chefs, warum einiges länger dauerte als gedacht – und was es mit dem Charme des Joint Ventures und der Mentalität der Westfalen auf sich hat. Abonnenten lesen es in der HORIZONT-Ausgabe 25/2017 vom 22. Juni. rp

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