"Der Spiegel" Trump-Cover provoziert harsche Kritik - aber auch Zustimmung

Montag, 06. Februar 2017
Wie weit darf ein Cover zuspitzen und übertreiben?
Wie weit darf ein Cover zuspitzen und übertreiben?
© Spiegel

Das aktuelle Titelbild des "Spiegel" sorgt in den sozialen Netzwerken für Aufregung. Neben zahlreichen Nutzern kritisieren auch konservative Politiker und andere Medien das blutrünstige Cover.
Das Cover zeigt den US-Präsidenten mit einem blutigen Messer in der Hand, in der anderen reckt er den abgetrennten Kopf der Feiheitsstatue in Höhe. Der Illustrator Edel Rodriguez, selbst ein kubanischer Immigrant, erklärte, das Bild symbolisiere die "Enthauptung der Demokratie, Enthauptung eines heiligen Symbols". Die Darstellung errinnert aber auch an die Selbstinszenierung von IS-Kämpfern - und hat am Wochenende entsprechende Reaktionen hervorgerufen. Ein gefundenes Fressen war das Cover natürlich für notorische "Spiegel"-Hasser und Kritiker der sogennanten "Mainstream-Medien". "Überall die gleiche schlechtgelaunte Anti-Trump-Hetze", twitterte etwa der AfD-Politiker Ronald Gläser. Ins selbe Horn stoßen AfD-Parteichefin Frauke Petry und die kürzlich aus der CDU ausgetretene Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach.

Auch im Ausland sorgte das kontroverse Cover für Aufsehen:

Aber auch einigen Journalisten und anderen Medien geht das Titelbild des Hamburger Nachrichtenmagazins zu weit: "Dieses 'Spiegel'-Cover entwertet den Journalismus", meint "Die Welt" in einem Kommentar, auch FAZ-Redakteur Michael Hanfeld kritisiert die Darstellung als "Zerrbild". Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt findet: "Das mit Abstand abstoßendste und geschmackloseste @DerSPIEGEL Cover aller Zeiten."

Es gibt aber auch Zustimmung für das Titelbild: "Sorry, @jreichelt, aber der Männchen-Maler in mir sagt: Leider eins der genialsten Cover, die @DerSpiegel je hatte!", antwortete der Karikaturist und "Clap"-Macher Peter "Bulo" Böhling dem Bild.de-Chef. Einige User verweisen zudem auf die Pressefreiheit und die freie Meinungsäußerung: "Das Spiegel Cover mit Trump ist genauso in Ordnung wie Muhammed Karikaturen. Freiheit ist keine Einbahnstraße", twitterte User Ali Utlu. 

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