"Der Spiegel" Neues Layout startet am 5. Mai

Montag, 14. April 2014
"Unser Geschäft ist nicht das Bedrucken von Papier": Spiegel-Chef Ove Saffe
"Unser Geschäft ist nicht das Bedrucken von Papier": Spiegel-Chef Ove Saffe
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Ove Saffe Layout Der Spiegel SZ Nachrichtenmagazin Hessen



Bereits seit Monaten arbeitet "Der Spiegel" an einem neuen Layout. Anfang Mai wird das Nachrichtenmagazin erstmals im neuen Gewand am Kiosk liegen. Das kündigte Geschäftsführer Ove Saffe im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" an.
Am 5. Mai ist es soweit: Dann wird das neue Layout des "Spiegel" erstmals sichtbar. "Das Erscheinungsbild wird sanft renoviert und soll die Inhalte noch besser wirken lassen", kündigt Saffe in der "Süddeitschen Zeitung" an. Das Magazin werde künftig "moderner, klarer, übersichtlicher". Das Inhaltsverzeichnis wurde überarbeitet, die Bildsprache verändert und der Satzspiegel größer. Auch das Cover wurde behutsam weiterentwickelt. Die Titelseite bleibt weiterhin monothematisch, künftig werden aber zusätzlich drei weitere Themen auf dem Cover angeteasert. Das Layout wurde in den vergangenen Wochen in Hessen und Sachsen bereits getestet. "Alles in allem wird mehr Leichtigkeit in das Layout einziehen", betont Saffe.

Ein besonderes Augenmerk liegt aber weiterhin auf der Vernetzung von Print und Online. Die digitale Version des gedruckten "Spiegel" soll wie bereits bekannt künftig um vertiefende Informationen, Grafiken und Videos sowie Recherchematerial ergänzt werden. Der Arbeitstitel für das Projekt lautet "Eisberg": "Er soll ausdrücken, dass das, was wöchentlich im 'Spiegel' erscheint, nur die Spitze des Eisbergs ist. Es gibt unterhalb der Wasseroberfläche noch viel mehr dessen, was in Redaktion und Dokumentation erarbeitet wurde, aber im gedruckten Heft für den Leser nicht sichtbar ist, weil es nur eine begrenztet Anzahl von Seiten gibt", erklärt Saffe.

Online liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der mobilen Angebote: "Vor allem wollen wir unsere Marktführerschaft im mobilen Web ausbauen, denn das eigentliche Wachstum findet derzeit bei der Nutzung von Online-Inhalten über mobile Endgeräte statt." Bereits heute würden 30 Prozent aller Spiegel-Online-Leser das Angebot mobil nutzen, der Anteil der mobilen Werbeerlöse liege bislang aber nur bei 5 Prozent. "Wir sind optimistisch, dass mit der Weiterentwicklung von Werbung insbesondere für Smartphones dieser Anteil schnell wachsen wird", betont Saffe. Dabei denkt der Spiegel-Chef auch über neue Werbeformen wie Native Advertsing nach.

Insgesamt geht der Geschäftsführer davon aus, mit den steigenden Erlösen aus dem Digitalgeschäft den Rückgang im Verlagsbereich ausgleichen zu können: "Während das Ergebnis im Verlag leicht rückläufig ist, wachsen wir in allen digitalen Bereichen, in der Gruppe sind wir stabil, die Rendite ist immer noch zweistellig." Die Bedenken einiger Verleger hinsichtlich der Finanzierbarkeit von Qualitätsjournalismus im Internet teilt Saffe nicht: "Wie werden beweisen, dass es sehr wohl möglich ist, mit Qualitätsjournalismus in der digitalen Welt dauerhaft erfolgreich zu sein. Das gilt unabhängig von der Auflagenentwicklung des 'Spiegel'. Wir sind nicht in der holzverarbeitenden Industrie. Unser Geschäft ist nicht das Bedrucken von Papier, sondern guter Journalismus." dh
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