"Der Spiegel" Millionenschweres Sparprogramm soll angeblich 200 Jobs kosten

Donnerstag, 19. November 2015
Der "Spiegel" steht vor harten Einschnitten
Der "Spiegel" steht vor harten Einschnitten
Foto: Jürgen Herschelmann
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Sparprogramm Thomas Hass Spiegel-Verlag Der Spiegel


Dass der "Spiegel" vor dem größten Umbau-, Spar- und Produktentwicklungsprogramm seiner fast 70-jährigen Geschichte steht, hatte HORIZONT Online schon im Juni berichtet. Kurz vor der entscheidenden Gesellschafterversammlung am 30. November kochen nun vor allem zum 15 Millionen Euro schweren Sparprogramm Spekulationen hoch. Der "Kontakter" will erfahren haben, dass sich der Spiegel-Verlag von 200 Mitarbeitern trennen will.
Mit der "Agenda 2018", wie der Spiegel-Plan intern heißt, will der Hamburger Verlag wie berichtet in den kommenden zwei Jahren dauerhaft 15 Millionen Euro einsparen. Zudem will sich das Hamburger Medienhaus eine effizientere Organisation verpassen und seine seit Jahren sinkenden Erlöse mithilfe digitaler Wachstumsprojekte stabilisieren. Wie Geschäftsführer Thomas Hass schon im Sommer gegenüber HORIZONT Online erklärte, ist die Agenda 2018 alternativlos. Ohne diese Maßnahmen „riskieren wir, dass der ,Spiegel‘ schon bald in die roten Zahlen rutscht“, sagte Hass damals.
"Spiegel"-Geschäfsführer Thomas Hass
"Spiegel"-Geschäfsführer Thomas Hass (Bild: Olaf Ballnus/Der Spiegel)
Die Restrukturierungspläne des Spiegel-Verlags sind also schon länger bekannt. Dass die Sparpläne nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen zu erreichen sind, hatte Hass damals ebenfalls bereits eingeräumt. „Wir erlegen uns keine Tabus auf", sagte er damals - allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Genau das macht nun der "Kontakter" in seiner aktuellen Ausgabe. Der Branchendienst will erfahren haben, dass insgesamt 200 "Spiegel"-Mitarbeiter gehen müssen. Der Verlagsbereich soll mit 150 Mitarbeitern am stärksten betroffen sein. Doch auch die Redaktion (30 Mitarbeiter) und die Dokumentation (15 Mitarbeiter) kommen dem Bericht zufolge nicht ungeschoren davon. Sollten die Zahlen stimmen, dann würde der "Spiegel" massiv ausgedünnt. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 727 Vollzeitkräfte beim "Spiegel'' angestellt - davon 344 im kaufmännischen Bereich, 296 in der Print-Redaktion und 87 in der Dokumentation.

Offiziell abgesegnet sind die kolportierten Sparpläne aber noch nicht. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", betont eine "Spiegel"-Sprecherin gegenüber HORIZONT Online. Das Gesamtprogramm der vorgeschlagenen Maßnahmen werde die Geschäftsführung erst in Kürze mit den Gesellschaftern beraten. Erst bei der Versammlung am 30. November falle die unternehmerische Entscheidung, "ob und in welchem Umfang Maßnahmen umgesetzt werden". Ein möglicher Personalabbau werde anschließend "in aller Ruhe und Sorgfalt" mit dem Betriebsrat erörtert. Für diesen Fall werde es "dann sicherlich einen eigenen, verantwortungsvollen Spiegel-Weg geben". mas
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