"Der Postillon", "The Onion" und Co Facebook testet Satire-Kennzeichnung

Dienstag, 19. August 2014
Die Satire-Zeitung "The Onion" wird bei Facebook gekennzeichnet (Foto: The Onion)
Die Satire-Zeitung "The Onion" wird bei Facebook gekennzeichnet (Foto: The Onion)


Die Meldung klingt an sich selbst schon wie Satire: Weil Leichtgläubige immer wieder auf die Fake-Nachrichten von "Der Postillon", "The Onion" und Konsorten reinfallen, testet Facebook in den USA derzeit die Kennzeichnung von satirischen Posts. Wie das Online-Portal "Ars Technica" berichtet, laufen die Experimente bereits seit über einem Monat und sollen diverse Satire-Angebote umfassen. Welche das genau sind, will Facebook allerdings nicht verraten. Fest steht nur, wie das Soziale Netzwerk seine Nutzer auf die unechten Nachrichten hinweist. Klickt ein User in seiner Timeline auf einen entsprechenden Link, beispielsweise von "The Onion", sieht er anschließend einen Kasten mit drei verwandten Themen. Diese sind mit dem Wort "Satire" in einer eckigen Klammer gekennzeichnet. Gegenüber "Mashable" erklärte ein Facebook-Sprecher, das neue Tool habe man auf den Wunsch vieler Nutzer hin entwickelt.

In Deutschland könnte das Label vor allem die Posts der Satire-Website "Der Postillon" betreffen. Immer wieder führt das Portal von Gründer Stefan Sichermann leichtgläubige Leser in die Irre, etwa, als im Januar ein Beitrag über den Wechsel von CDU-Mann Ronald Pofalla zur Deutschen Bahn zurückdatiert und so der Eindruck erweckt wurde, alle großen Medien hätten bei der Satire-Seite abgeschrieben. Und auch im Ausland fallen immer wieder Medien auf den "Postillon" herein: Nach dem 7:1-Sieg der Deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Brasilien wurde berichtet, ein Wirt sei wegen einer Torrabattaktion pleite gegangen - eine Nachricht, die es sogar bis ins russische Fernsehen brachte. fam
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