"Club der roten Bänder" Vox schaltet mit neuen Shows und Serien auf Angriff

Montag, 09. November 2015
"Der Club der roten Bänder" ist die erste eigenproduzierte Serie von Vox
"Der Club der roten Bänder" ist die erste eigenproduzierte Serie von Vox
Foto: Vox/Martin Rottenkolber
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VOX Bernd Reichart Guido Maria Kretschmer


Vox steht seit geraumer Zeit vor allem für Kochen, Shopping und US-Serien. Mit "Club der roten Bänder" wagt sich Sender erstmals an eine eigene TV-Serie und will das Programm wieder breiter aufstellen.
Vox traut sich wieder was. Nachdem sich der Sender lange auf etablierte Formate wie "Das perfekte Dinner", "Shopping Queen" und Lizenzserien verlassen hat, gehen in diesen Tagen zwei völlig neue, selbst entwickelte Formate auf Sendung. Vergangene Woche startete mit "Geschickt eingefädelt" die erste Nähshow im deutschen Fernsehen. Designer Guido Maria Kretschmer, mit "Shopping Queen" einer der Quotengaranten und Sympathieträger des Senders, sucht darin Deutschlands talentiertesten Hobbynäher. Die erste Folge holte am vergangenen Dienstag solide 7,9 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe. Noch größere Erwartungen dürfte Vox in die heute Abend startende Serie "Der Club der roten Bänder" setzen. Im Mittelpunkt der Serie stehen sechs Jugendliche, die aufgrund schwerer Erkrankungen für längere Zeit im Krankenhaus leben und dort Freundschaft schließen. Ihr Erkennungszeichen: Die roten Erkennungsbänder des Krankenhauses.

Die erste eigenproduzierte Serie von Vox ist für Geschäftsführer Bernd Reichart eine Herzensangelegenheit. Die Serie ist eine Adaption der erfolgreichen katalanischen Serie "Polseres vermelles". Sie lief einst auf dem Kanal Antena 3, bei dem Reichart zu der Zeit in leitender Funktion tätig war. "Eigenproduzierte Fiction ist die Königsdisziplin des Fernsehens - und in diesen Bereich muss ein vollwertiger und vielseitiger Entertainment-Sender wie Vox irgendwann vorstoßen", betonte Reichart kürzlich im Interview mit Serienjunkies.de.

Die Rahmenbedingungen für den Start von "Club der roten Bänder" könnten indes besser sein. Vox spürt, wie alle großen Privatsender, die Folgen der fortschreitenden Fragmentierung des TV-Marktes und der Konkurrenz durch Videoportale im Internet. Der durchschnittliche Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag im vergangenen Jahr im Schnitt bei 6,9 Prozent und damit zum ersten mal seit 2005 wieder unter der Marke von 7 Prozent. Eine Zeit lang schien der Sender mit der roten Kugel auf dem Sprung in die erste Liga der Privatsender zu sein und kratzte mehrfach an der Marke von 8 Prozent Marktanteil. Seit zwei Jahren sind die Marktanteile allerdings im Sinkflug. Im laufenden Jahr liegt der Sender im Jahrestrend bei rund 6,6 Prozent Marktanteil.

Im Idealfall könnte Vox vom Boom hochwertiger Serien profitieren und "Club der roten Bänder" für den Sender eine Trendwende einläuten. Womöglich kommt der Einstieg in die eigenproduzierte Fiction aber auch schlicht und einfach zwei Jahre zu spät. dh
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