Deloitte-Studie Klassische Medien sind nach wie vor gefragt

Mittwoch, 13. April 2016
Auch Tageszeitungen behalten für junge Menschen ihre Daseinsberechtigung
Auch Tageszeitungen behalten für junge Menschen ihre Daseinsberechtigung
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Deloitte Digitalisierung


Verlage können durchatmen: Trotz der Digitalisierung behalten auch die traditionellen Medien ihre Existenzberechtigung. Einer Studie der Beratungsagentur Deloitte zufolge entwickelt sich die Situation im Markt mehr in Richtung einer friedlichen Koexistenz statt einer Ausrottung von Print, TV, Radio und Co durch digitale Angebote.
Die Studie zum Thema "Media Disruption – kritisch hinterfragt", für die circa 2000 Personen zwischen 14 und 75 Jahren befragt wurden, zeigt, dass sich selbst jüngere Menschen nicht komplett von klassischen Medien abwenden. So ist lineares TV quer durch alle Altersgruppen populär – rund 90 Prozent der befragten Studienteilnehmer gaben an, regelmäßig - mindestens einmal pro Woche - fernzusehen. Selbst bei den Befragten zwischen 14 und 18 Jahren sind es 71 Prozent. 79 Prozent aus dieser jüngeren Altersgruppe gaben an, wöchentlich Clips auf Plattformen wie Youtube zu konsumieren, 54 Prozent sogar täglich. Das Digitale scheint beim Nachwuchs also zumindest im Moment problemlos parallel zum klassischen TV existieren zu können.
BU
BU (Bild: Deloitte)
Im Audio-Bereich zeichnet sich ein ähnliches Bild vom Verhältnis zwischen digitalen Streamingdiensten und der Nutzung von Radio beziehungsweise CDs. Zwar wird gerade bei den jüngeren Altersgruppen vermehrt gestreamt, das traditionelle Radio kann aber trotzdem mithalten: Spätestens mit dem Erreichen der Volljährigkeit und dem damit oft verbundenen Erlangen des Führerscheins hören zwischen 84 und 88 Prozent der Befragten regelmäßig Radio. Bei den unter 18-Jährigen sind es lediglich 50 Prozent. "Totgesagte leben länger" - das gilt auch für Print. Rund ein Drittel der Befragten lesen regelmäßig Tageszeitungen. In diesem Bereich ist das unterschiedliche Konsumverhalten zwischen den Altersgruppen aber am deutlichsten. Nur 10 Prozent der 14- bis 18-Jährigen lesen regelmäßig eine Tageszeitung, während es in der Generation über 65 Jahren noch rund 56 Prozent sind. Parallel konsumieren jedoch unabhängig vom Alter zusätzlich 60 Prozent der Befragten Online-Nachrichten. Hier setzt sich die kostenlose Nutzung der Online-News durch, während kostenpflichtige Varianten es bisher schwer haben. Das Internet scheint der Studie zufolge nach wie vor eher als kostenloser Raum begriffen zu werden. mab
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