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Familien sehen noch überwiegend linear fern
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Deloitte Media Consumer Survey Wachstum von Video-On-Demand stößt an Grenzen

Familien sehen noch überwiegend linear fern
Das lineare Fernsehen ist und bleibt der meistgenutzte Kanal für Bewegtbildinhalte. Vor allem ältere Zuschauer zeigen vergleichsweise wenig Interesse an Video-on-Demand-Diensten. Das geht aus der Mediennutzungsstudie Media Consumer Survey von Deloitte hervor, die auf den Medientagen München vorgestellt wird. 
von David Hein, Dienstag, 24. Oktober 2017
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    Für die Studie hat das Beratungsunternehmen die Zuschauer in vier typische "Haushalts-Archetypen" unterteilt: Junge Berufstätige, Familien, ältere Paare, deren Kinder bereits ausgezogen sind und alleinstehende Rentner. Vor allem die älteren Zuschauer, die zahlenmäßig in der Mehrheit sind, sehen nach wie vor in erster Linie noch ganz klassisch TV: 97 Prozent der sogenannten "Empty Nesters", also der Paare mit erwachsenen Kindern, sehen überwiegend lineares Fernsehen. Bei den alleinstehenden Senioren liegt dieser Anteil mit 94 Prozent ebenfalls sehr hoch. Familien sehen zu 84 Prozent klassisch linear fern, und auch bei den Young Professionals liegt der Anteil immerhin noch bei 77 Prozent. Im Schnitt sehen 87 Prozent aller befragten Konsumenten überwiegend lineares Fernsehen.  Größere Unterschiede gibt es bei der Nutzung von On-Demand-Diensten. Während bei den jungen Berufstätigen (68 Prozent) und Familien (52 Prozent) jeweils die Mehrheit On-Demand-Dienste abonniert haben, ist die Verfügbarkeit bei den älteren Zielgruppen mit 20 Prozent (Empty Nesters) beziehungsweise 17 Prozent (Alleinstehende) deutlich geringer. Im Schnitt nutzen 40 Prozent aller Haushalte Video-on-Demand-Dienste.

    Problematisch für die Anbieter: Gerade bei den älteren Zielgruppen, in den es noch ein großes  Wachstumspotenzial gibt, ist das Interesse an den entsprechenden Diensten mit 9 beziehungsweise 7 Prozent nur gering. Bei den jungen Nutzergruppe stößt Video-on-Demand dagegen mittlerweile an seine Sättigungsgrenze. Im Schnitt wollen nur 11 Prozent der Befragten in den kommenden Monaten ein Video-on-Demand-Abo abschließen. Keine große Rolle spielt bei den älteren Semestern dabei der Umgang mit der Technik: "Technische Hürden spielen bei der Nutzung neuer Bewegtbildangebote keine Rolle mehr: Senioren bedienen VoD-Plattformen nicht weniger routiniert als jüngere Verbraucher", erklärt Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte. "Das fehlende Interesse von Älteren an on-Demand hat schlicht mit Desinteresse zu tun - ihnen wird aus ihrer Perspektive nichts besonders Begehrenswertes geboten. Dabei liegen gerade in diesem Nutzersegment die größten Wachstumspotenziale. Anbieter sollten also genau überlegen, wie sie ältere Verbraucher überzeugen können. Hier ist noch viel Luft nach oben." 

    Deloitte stellt die Studie am 25. Oktober bei den Medientagen München vor. Sie steht außerdem auf der Website des Unternehmens zum Download zur Verfügung. dh
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