Dating-Portale Holtzbrinck verkauft Parship an Oakley Capital

Mittwoch, 01. April 2015
Parship gehört ab Mai nicht mehr zu Holtzbrinck
Parship gehört ab Mai nicht mehr zu Holtzbrinck
Foto: Parship

Holtzbrinck zieht sich aus dem Markt für Online-Dating zurück. Nach dem Verkauf von StudiVZ und Meinestadt.de trennt sich der Medienkonzern nun auch vollständig von Parship. Ab Mai hat bei der Online-Partnervermittlung die britische Beteiligungsgesellschaft Oakley Capital das Sagen. Zum Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Holtzbrinck hatte Parship 2001 gegründet und nach eigenen Angaben zu einer der führenden Online-Partnervermittlungen Europas gemacht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Unternehmen, das inzwischen in 13 Ländern aktiv ist, im Segment der klassischen Partnervermittlungen sogar Marktführer. Zum Wachstum der Partnervermittlung, die 2014 mit über 60 Millionen Euro den höchsten Umsatz seiner Unternehmensgeschichte erzielte, haben neben den Werbekampagnen mit prominenten Testimonials wie Cosma Shiva Hagen (Kreation: 27km Entertainment) auch die mehr als 50 Medien-Partnerschaften beigetragen. In Deutschland nutzen unter anderem "Die Zeit", das "Handelsblatt" und Brigitte.de die Services von Parship. Doch warum trennt sich Holtzbrinck von einem Unternehmen, das nach HORIZONT-Online-Informationen hoch profitabel arbeitet - und das Markus Schunk, Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital, gar als "eine der größten Erfolgsgeschichten" der Internet-Beteiligungsholding bezeichnet? Auch wenn zum Kaufpreis Stillschweigen vereinbart wurde, spricht vieles dafür, dass der Verkauf des profitablen Dating-Marktführers reichlich Geld in die Holtzbrinck-Kasse spülen wird. So war es auch bei dem Verkauf des Regionalportals Meinestadt.de an Axel Springer im August 2012. Die Übernahme ließ sich Springer damals satte 50 Millionen Euro kosten. Schunk selbst führt allerdings vor allem stategische Gründe für den Verkauf an. So wolle Holtzbrinck seine Digitalaktivitäten vor allem auf die Umfelder der Kernbereiche Wissenschaft und Bildung sowie auf Content-Angebote und buchaffine Inhalte konzentrieren. Daher sei  jetzt der richtige Zeitpunkt, um einen neuen Investor an Bord zu holen.

Damit stellt sich die Frage, ob Myhammer bei Holtzbrinck eine Zukunft hat. Das Handwerkerportal ist neben Parship das einzige Angebot, das derzeit dem Geschäftsbereich Marketplaces zugeordnet ist. Zu den Plänen bezüglich Myhammer.de wollte sich ein Sprecher gegenüber HORIZONT Online nicht äußern.
Parship-Chefs Henning Rönneberg, Tim Schiffers und Marc Schachtel (v.l.)
Parship-Chefs Henning Rönneberg, Tim Schiffers und Marc Schachtel (v.l.) (Bild: Parship)
Bei Parship sieht man dem Eigentümerwechsel gelassen entgegen. "Oakley ist bekannt dafür, Unternehmen zu entwickeln und ihr Wachstum zu unterstützen", teilen die jetzigen und zukünftigen Geschäftsführer Tim Schiffers, Henning Rönneberg und Marc Schachtel unisono mit. Damit sei Oakley der "perfekte Partner", um die Marktposition von Parship weiter auszubauen.

Bei Holtzbrinck wird das Digitalportfolio mit dem Verkauf von Parship um eine prominente Marke ärmer. Nach dem Verkauf der inzwischen geschlossenen VZ-Netzwerke und von Meinestadt.de gehören unter anderem die Ratgeberportale Gutefrage.net, Cosmiq, Helpster, Netdoktor und med1 zum Angebot des Konzerns. Zudem ist das Unternehmen im Segment eLearning mit Marken wie Lecturio, Tutoria, Patience und Bettermarks am Start. mas
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