DPV Gruner + Jahr übernimmt Zeitschriftenvertrieb von Axel Springer

Montag, 30. Mai 2016
DPV-Geschäftsführer Nils Oberschelp
DPV-Geschäftsführer Nils Oberschelp
Foto: Gruner + Jahr

Ganz oder gar nicht: Nachdem Axel Springer und die Funke Mediengruppe ihre Pläne für eine gemeinsame Vertriebstochter abblasen mussten, gibt Springer seinen Zeitschriftenvertrieb komplett ab. Die Gruner+Jahr-Tochter DPV übernimmt die Axel Springer Vertriebsservice GmbH. Die Berliner konzentrieren sich künftig ausschließlich auf den Zeitungsvertrieb.
Der Deutsche Presseservice DPV übernimmt den Vertrieb des kompletten Zeitschriftenportfolios des Axel Springer Vertriebsservice (ASVS), die Titel "Computer Bild", "Auto Bild" und "Sport Bild" (bislang bei Sales Impact) sowie externe Mandanten wie den Jahreszeiten Verlag und den Cora-Verlag. Zu den rund 500 Zeitschriften, die DPV derzeit betreut, kommen damit noch einmal rund 300 Titel hinzu. Diese werden künftig vom DPV-Geschäftsbereich Verlagskunden betreut. "Mit der Übernahme der Publikumszeitschriften von ASVS positioniert sich der DPV als der führende Full-Service-Anbieter unter den Nationalvertrieben in Deutschland", freut sich Nils Oberschelp, Vorsitzender der Geschäftsführung von DPV: "Mit dem Knowhow unserer neuen ASVS-Kollegen und dem ganzheitlichen Vertriebsservice des DPV schaffen wir in einem von starkem Wettbewerb geprägten Marktumfeld eine schlagkräftige Einheit. Wir sind sicher, auch unsere neuen Kunden mit dieser geballten Vertriebskompetenz zu überzeugen."

Axel Springer konzentriert sich im Vertrieb künftig ausschließlich auf seine Zeitungen: "Durch die Transaktion stellen wir den Print-Vertrieb als Ganzes neu auf. Axel Springer kann sich vollständig auf sein starkes Zeitungsportfolio konzentrieren", sagtz Christian Nienhaus, Vorsitzender der Geschäftsführung der Springer-Vertriebstochter Sales Impact. "Ich danke Markus Gries und den Mitarbeitern der Axel Springer Vertriebsservice und freue mich, dass wir den Vertrieb des Zeitschriftenportfolios bei DPV in sehr guten Händen wissen." Die Kartellbehörden müssen der Vereinbarung noch zustimmen. Zum Kaufpreis machen die beiden Verlage keine Angaben.
Christian Nienhaus 2016
Bild: Axel Springer

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