DDOW Datenschutzrat kritisiert Skandalisierung von Targeting

Donnerstag, 29. August 2013
Matthias Wahl
Matthias Wahl

Matthias Wahl, OMS-Geschäftsführer und Sprecher des Deutschen Datenschutzrats Onlinewerbung (DDOW), warnt davor, datenbasierte Geschäftsmodelle mit unkontrollierter Datensammlung von Geheimdiensten in einen Topf zu werfen. "Es ist katastrophal, was da gerade geschieht", sagt er mit Blick auf die von der Politik geführte Diskussion um NSA und Prism im Gespräch mit HORIZONT.NET. Beispielsweise hatte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Anfang Juli in einem Gastbeitrag in der FAZ" gefordert: "Wir müssen uns gegen den Datenkapitalismus wehren", und dabei die Geschäftsmodelle von Google, Yahoo und Facebook in einem Atemzug polemisch mit den Aktivitäten der US-Geheimdienste verglichen.

Für den erst vor einem Jahr gegründeten DDOW ist das ein Graus - versucht das Selbstkontrollgremium der Werbewirtschaft doch gerade mit einer umfangreichen Kampagne, Nutzer über Online Behavioral Advertising (OBA) aufzuklären. Mit seiner Kampagne will der DDOW im ersten Schritt rund 55 Millionen Nutzer erreichen.

Zwischen 15 und 30 Prozent der Displaywerbung wird nutzungsbasiert ausgespielt. Diese ist gekennzeichnet mit einem kleinen Piktogramm. Klickt der Nutzer darauf, erhält er weitere Informationen und hat auch die Möglichkeit zum Opt-out. Rund 200 der 250 OBA-Dienstleister haben sich dieser Selbstverpflichtung bislang unterworfen und nehmen diese laut Wahl auch sehr ernst. Es gibt einen breiten Konsens von Publishern und Kunden, dass man in diesem Bereich nicht spielen kann, weil sonst doch die Politik einschreitet", so Wahl. pap
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