Cybermobbing Pro Sieben und "Glamour" machen gegen Hetze mobil

Montag, 14. April 2014
Pro Sieben reagiert mit einer klaren Ansage auf rassistische Beleidigungen auf seiner Seite
Pro Sieben reagiert mit einer klaren Ansage auf rassistische Beleidigungen auf seiner Seite


Noch nie war es so einfach, zu allem und jedem seine Meinung kundzutun wie in Zeiten von Facebook, Twitter & Co. Die Hemmschwelle liegt dabei vielfach erschreckend niedrig. Zwei Medien wurde es nun zu bunt: Pro Sieben zeigt nach einer Reihe rassistischer Facebook-Kommentare über eine Kandidatin von "Germany's Next Topmodel" Rassismus die rote Karte und droht den Absendern mit juristischen Schritten, das Frauenmagazin "Glamour" hat eine Aktion für eine respektvolle Kommunikationskultur im Internet gestartet. Der Tonfall im Netz werde immer rauer, so die Beobachtung von Chefredakteurin Andrea Ketterer.
Nachdem "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Aminata bei Facebook mehrfach rassistisch beleidigt wurde, zieht Pro Sieben jetzt Konsequenzen: Der Sender hat die entsprechenden Einträge gelöscht und prüft juristische Schritte gegen die Absender. "ProSieben ist zwar ein Sender, der grundsätzlich viel Spaß versteht. Aber beim Thema Rassismus hört der Spaß auf. Da kennen wir Null Toleranz", betont Sendersprecher Christoph Körfer. "Jede rassistische Beleidigung von Aminata ist eine Beleidigung zu viel. Es ist unsere Aufgabe, Aminata zu schützen. Wir werden alle rassistischen Kommentare löschen, die Verfasser der Kommentare blockieren. Und natürlich prüfen wir, wie wir gegen die Absender juristisch vorgehen können." Auf seiner Facebook-Seite ruft der Sender außerdem dazu auf, Rassismus die rote Karte zu zeigen und den entsprechenden Eintrag zu teilen - durchaus mit Erfolg: Bislang wurde der Post 390 Mal geteilt (Stand: Montag, 15 Uhr).

Das Logo der Aktion #Smilestorm von "Glamour"
Das Logo der Aktion #Smilestorm von "Glamour"
Auch das Frauenmagazin "Glamour" positioniert sich gegen beleidigende Kommentare im Internet und hat unter dem Motto "#Smilestorm - Stop Hating. With Kindness" eine Aktion für eine respektvolle Kommunikationskultur im Netz gestartet. "Uns fällt auf, dass der Tonfall im Netz immer rauer wird", so die Beobachtung von "Glamour"-Chefredakteurin Andrea Ketterer. "Es gibt User, die unsere Plattformen für unverhältnismäßig aggressive Kommentare und Tiraden auf Prominente oder Mitkommentatoren missbrauchen."

Mit der Aktion #Smilestorm will das Magazin von Condé Nast gemeinsam mit bekannten Bloggern nun ein Zeichen gegen Hass und aggressive Umgangsformen setzen. "Sich im Internet über andere zu äußern ist natürlich legitim die Frage ist nur, wie man das tut", betont Ketterer. "Die Regeln des sozialen Umgangs und der Höflichkeit sollten auch in der digitalen Welt gelten. Mit der Aktion #Smilestorm wollen wir uns für ein respektvolles Miteinander im Netz einsetzen und für das sich verbreitende Phänomen des Hatings sensibilisieren. Wir wollen eine Debatte anstoßen und animieren, überall dort den Hashtag #Smilestorm als ein positives 'Stopp-Zeichen' zu setzen, wo besonders aggressive Kommunikation auffällt."

Dreh- und Angelpunkt der Aktion ist eine eigene Microsite auf Glamour.de, die neben Informationen und Hintergünden über Hating und Shitstorms Betroffenen auch Hilfestellung bietet. Unterstützt wird die Aktion von bekannten Bloggern wie Jessica Weiß (Journelles.de), Katja Schweitzberger (Lesmads.de) und Sarah Gottschalk sowie von Prominenten wie Johanna Klum oder Nova Meierhenrich. Ganz uneigennützig ist die Initiative von "Glamour" indes nicht: Die Aktion macht auch auf ein zehnseitiges Special zum Thema Cybermobbing in der aktuellen Ausgabe aufmerksam. dh
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