"Cosmo"-Chefredakteurin Kerstin Weng "Der Druck ist groß"

Freitag, 07. Februar 2014
Kerstin Weng ist seit Februar 2013 Chefredakteurin der "Cosmopolitan"
Kerstin Weng ist seit Februar 2013 Chefredakteurin der "Cosmopolitan"

Wenn sich am kommenden Montag Kosmetikbranche, Werbekunden und Mediaagenturen beim "Prix de Beauté" der "Cosmopolitan" treffen, sollten sie auch auf Kerstin Weng anstoßen. Nicht nur, weil die Chefredakteurin des Frauentitels, der jahrelang das Flaggschiff der Münchner MVG war, in diesen Tagen ihr einjähriges Dienstjubiläum feiert, sondern weil sie in dieser Zeit auch eine recht ordentliche Bilanz vorlegt. Im Interview mit HORIZONT.NET spricht Weng über ihr Erfolgsrezept und den Druck im Zeitschriftenmarkt. Auf 249.950 verkaufte Exemplare ist die Auflage der "Cosmopolitan" im 4. Quartal 2013 geklettert ein Plus von mehr als 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und dem Zeitpunkt, an dem Weng die Nachfolge von Carolin Schuhler angetreten hat. Zeitgeist wollte sie damals zurück ins Heft bringen, ein Relaunch sollte den Fokus auf Themen wie Sex und Karriere zusätzlich unterstützen. Auch die Partnerschaft mit Heidi Klums Castingshow "Germany s next Topmodel" führte Weng fort, sodass das "Cosmo"-Shooting und damit verbunden die Frage, welches der Mädchen als Siegerin letztendlich das Cover der Zeitschrift zieren wird, auch in der am Donnerstag gestarteten neunten Staffel Highlights sein werden.

Frau Weng, Sie sind jetzt genau fast ein Jahr im Amt. Wenn Sie auf diese Zeit zurückblicken, haben Sie sich den Posten so vorgestellt? Was waren die wichtigsten To Do's und wie glauben Sie, haben Sie diese bewältigt?
Ja ich habe mir diesen Posten so vorgestellt, allerdings macht er noch mehr Spaß als ich dachte. Die wichtigsten To Do s waren, die inhaltlichen Säulen Sex/Partnerschaft, Job/Karriere und Mode/Beauty von "Cosmopolitan" zu stärken und auszubauen. Wichtig war und ist, sich im ganzen Magazin auf das internationale Leitmotiv "Fun Fearless Female" zu fokussieren, was uns in den Ausgaben des letzten Quartals sehr gut gelungen ist.

Die Auflagenzahlen sprechen für Sie und Ihre Arbeit: Erstmals seit langem sind diese wieder nach oben geklettert. Wie erklären Sie sich das?
Die Leserinnen spüren, dass "Cosmopolitan" ein Magazin ist, das genau zu den Interessen und Bedürfnissen einer modernen, selbstbestimmten Frau passt und von einer Redaktion erstellt wird, die voller Leidenschaft steckt. Die Leserinnen wissen genau, was sie bei "Cosmo" erwartet: Journalismus ohne Tabus, unterhaltsame Geschichten, lebensnaher Service, kreative Produktionen.

In der vergangenen Woche hat Burda die Einstellung von "Cover" bekanntgegeben. Inwiefern war die Zeitschrift aus München ein Konkurrent für die "Cosmo"? Wie groß ist Ihrer Meinung nach der Druck im Zeitschriftenmarkt Anfang 2014?
Jedes Frauenmagazin wirbt um die Gunst der Leserinnen. Auch indirekte "Cosmo"-Konkurrenten wie "Cover" beobachten wir deshalb genau. Nichtsdestotrotz ist es immer traurig, wenn ein Magazin eingestellt werden muss. Die Bauer Media Group glaubt an Print und lässt sich das trotz allgemeiner missmutiger Stimmung in der Branche nicht vermiesen. Der Druck ist groß, aber wir sehen ihn als Herausforderung, die wir gerne annehmen. kl
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