Content-Offensive Snapchat schnappt sich Bunte als neuen Medienpartner

Montag, 27. November 2017
Bunte zeigt jetzt auch Inhalte auf Snapchat
Bunte zeigt jetzt auch Inhalte auf Snapchat
© Burda
Themenseiten zu diesem Artikel:

Snapchat Burda Spiegel Online Sky People Nina Zimmermann USA


Bunte gesellt sich zu Bild, Spiegel Online, Sky Sport und Vice: Burdas People-Plattform ist ab heute das fünfte deutsche Medium, das auf Snapchat Discover vertreten ist. In diesem Bereich stellen Medienpartner ihre für Snapchat optimierten Inhalte zur Verfügung und übernehmen auch deren Vermarktung. Die Bunte ist die erste deutsche Marke, die sich in der App explizit an eine weibliche Zielgruppe richten will.

Snapchat hatte den deutschsprachigen Discover-Bereich im April dieses Jahres mit Bild, Spiegel Online, Sky Sport und Vice gestartet. Gelauncht wurde das Feature 2015 im Heimatmarkt USA mit Medienpartnern wie CNN, Buzzfeed und National Geographic. Bislang gibt es Discover sonst nur in Großbritannien, Norwegen, Australien und Frankreich.

Über die App mit dem Geist will Bunte.de nun mehr Nutzerinnen in der jüngeren Zielgruppe erreichen. "Bunte.de ist schon heute sehr stark in den Bereichen Video und Social. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir die neuen Nutzerinnen von Bunte.de ab dem ersten Tag gut unterhalten", erklärt Nina Zimmermann, Managing Director Burda Studios. Dafür hat das Unternehmen ein Team von Redakteuren, Videojournalisten und Motion Designern zusammengestellt, die jeden Tag eine neue Story erstellen, die für 24 Stunden abrufbar ist.

Wie der Burda-Verlag, zu dem Bunte gehört, mitteilt, sollen in die Arbeit des Snapchat-Teams die Erfahrungen mit visuellem Storytelling und der spezifischen Ansprache auf Social-Media-Kanälen einfließen. Im Frühjahr hatte die Marke ihr Angebot mit zusätzlichen Service- und Ratgeberthemen ausgebaut und die vier neuen Channels "Fashion", "Beauty", "Family" und "Feel Fit" integriert. Heute erreicht Bunte.de über 8,2 Millionen Nutzerinnen über die Seite und ist damit eigenen Angaben zufolge im deutschen Netz die Nummer eins im People- und Frauensegment.

Die deutschen Publisher, so ist zu hören, waren Anfangs nicht vollends überzeugt davon, Inhalte für Snapchat zur Verfügung zu stellen. Dem Start des Discover-Bereichs im April sollen teils zähe Verhandlungen zwischen Betreiber Snap und den Medienmarken vorangegangen sein. So war der Start hierzulande schon zu einem früheren Zeitpunkt geplant, hatte sich jedoch immer wieder verschoben.
Snapchat Discover
© Screenshots Snapchat

Mehr zum Thema

Snapchat Discover Das erste Fazit von "Bild", Spiegel Online, Sky Sport und Vice

Der Grund: Die deutschen Publisher waren anscheinend unzufrieden mit dem Verhandlungsgeschick von Snap, beklagten unzureichende Informationen, etwa zu erwartbaren Reichweiten, und mangelnde Monetarisierungsmöglichkeiten. Gegenüber HORIZONT Online kündigte Snaps Content-Chef Nick Bell damals an, die Publisher nicht pauschal zu vergüten, sondern über ein Revenue-Share-Modell. Monetarisiert werden die Discover-Inhalte über bildschirmfüllende und für den vertikalen Konsum produzierte Snap-Ads.

Auch Burda verhandelte damals mit Snap, entschied sich aber gegen eine Teilnahme zum Deutschlandstart. Angeblich, weil das Timing nicht stimmte, Snap zu spontan auf den Verlag zuging und mit konkreten Zahlen geizte. Nun sei das Unternehmen aus Los Angeles wieder auf Burda zugegangen und habe vor allem mit Bunte darauf gehofft, die weiblichen Nutzer in der App stärker ansprechen zu können. Und diesmal will der Verlag das Experiment wagen. "Wir haben nichts zu verlieren", sagt Burda-Managerin Zimmermann gegenüber HORIZONT Online und beschwört eine Trial-and-Error-Strategie.

Schenkt man aktuellen Zahlen von Snapchat Glauben, könnte sich Zimmermanns Einsatz in der App mit dem Geist durchaus lohnen. Wie Snap mitteilt, haben die deutschen Startpartner im Discover-Bereich nach sechs Monaten ihre tägliche Reichweite um das Vierfache steigern können. Hierzulande sind 90 Prozent davon zwischen 13 und 24 Jahre alt.

Außerdem, so heißt es vonseiten des App-Betreibers, seien "Millionen Snapchatter" in Deutschland nicht über andere soziale Netzwerke erreichbar. Das geht aus einer Auswertung der Analysten von App Annie hervor. Täglich seien demnach 31 Prozent der deutschen Snapchat-Nutzer nicht über Instagram zu erreichen, 49 Prozent nicht über Facebook, 52 Prozent nicht über Youtube, 80 Prozent nicht über den Facebook Messenger und 93 Prozent nicht über Twitter.

Die erste Snapchat-Story von Burda erscheint heute Abend um 17 Uhr. Die fünf deutschen Redaktionen haben unterschiedliche Publikationsrhythmen: Spiegel Online veröffentlicht Discover-Inhalte täglich um 19 Uhr, Bild um 18 Uhr, Sky Sport um 17 Uhr und Vice um 6 Uhr morgens. ron

Meist gelesen
stats