Content Marketing Burda gründet mit C3 neue Content-Tochter

Mittwoch, 21. Juni 2017
 Christine Fehenberger und Michael Samak
Christine Fehenberger und Michael Samak
Foto: Burda

Vier Monate nach der Mehrheitsübernahme von C3 schiebt der Medienkonzern Burda ein neues Projekt an: In einem Joint-Venture gründen der Vermarkter BCN und die Content-Marketing-Tochter C3 ein gemeinsames Unternehmen: Die b.famous content studios. Geschäftszweck: Konzeption und Produktion von inhaltlich getriebenen Kampagnen. Chefin der Agentur wird Christine Fehenberger, bisher Director Creation bei C3.

Wie groß ist die Sache? Das lässt sich noch nicht genau sagen, in der Pressemitteilung sagt Burda nichts zur Anzahl der Mitarbeiter und möglichen Umsatzzielen. Immerhin: Das Team, das die gelernte Journalistin Fehenberger jetzt aufbaut, soll aus Kreativen, Journalisten, Textern, Konzeptionern, Channel-Strategen und Planern bestehen. Das klingt schon sehr umfassend.

Was bedeutet b.famous für Burda?

Zentrale Aufgabe des neuen Unternehmens sei es, „im Auftrag und entlang des Briefings der Werbekunden kreative Leitideen und crossmediale Kampagnen zu entwickeln“. Heißt im Klartext: b.famous hat zunächst einmal die Aufgabe, den Medien von Burda im Werbegeschäft neuen Schwung zu verleihen. C3 soll dabei helfen.

Was bedeutet b.famous für die Content-Marketing-Branche?

Aktuell schrauben ja alle möglichen Agenturen und Dienstleister an neuen Content-Konzepten. Für Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr vor allem Territory mit der Gründung der Content-Campaigning-Agentur Honey, an der Kolle Rebbe zu 50 Prozent beteiligt ist. Nach dem dem Joint-Venture einer Werbe- und einer CM-Agentur gibt es nun also auch eine gemeinsame Agentur eines Vermarkters und eines Content-Spezialisten.
Lukas Kircher, Gregor Vogelsang, Georgine Anton, Dan Rubin und Rainer Burkhardt
Bild: C3

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Das ist schon eine echte Innovation. Die Frage ist aber: Handelt es sich bei b.famous um eine reine Burda-Geschichte oder hat der Newcomer den Anspruch, für die Content-Marketing-Branche insgesamt Akzente zu setzen? Auf dem Papier klingt das Konzept durchaus überzeugend und ambitioniert: „Das Gemeinschaftsunternehmen soll die Kompetenzen der beiden Burda-Töchter enger verzahnen: einerseits die Kreativ- und Kampagnenexpertise von C3,  andererseits den breiten Kundenzugang und die Mediaexpertise des BCN.“

Was bedeutet b.famous für C3?

Nachdem Lukas Kircher und Rainer Burkhardt Teile an C3 an Burda verkauft hatten, lautete die offizielle Lesart: Operativ ändert sich nichts. Tatsächlich aber steht die Frage im Raum, ob Burda C3 zunehmend eingemeindet und das Kommando übernimmt. Was auffällt: In der Pressemitteilung lassen sich neben Fehenberger auch Burda-Vorstand Philipp Welte und BCN-Geschäftsführer Michael Samak zitieren - nicht aber Kircher oder Burkhardt.

Wie dem auch sei, die Gründung von b.famous zeigt, wie vital die Content-Marketing-Branche ist - und setzt ein Zeichen, dass auch die Verlage ein gehöriges Stück vom Kuchen abhaben wollen. Im Idealfall stärkt b.famous die Burda-Vermarktungstochter BCN. Fehenberger verspricht den Werbekunden jedenfalls „unverwechselbare kreative Leitideen für inhaltlich getriebene Multichannel-Kampagnen.“ js

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