Condé Nast Warum die nächste Generation ausgerechnet auf Print schwört

Donnerstag, 11. August 2016
21 junge Condé-Nast-Mitarbeiter arbeiten aktuell an dem Magazin "Unikat"
21 junge Condé-Nast-Mitarbeiter arbeiten aktuell an dem Magazin "Unikat"
Foto: Condé Nast

Sie sind jung, talentiert – und sie lieben Print: 21 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Verlags Condé Nast arbeiten derzeit an dem Magazin "Unikat", das im November einmalig in einer Gesamtauflage von rund 800.000 Exemplaren erscheinen soll. Nach "Quintessence" (2013) und "Art & Travel" (2015) ist "Unikat" das dritte markenübergreifende Redaktionsprojekt des Hauses, mit einer Besonderheit: Die Condé-Nast-Chefredakteure bleiben dieses Mal komplett außen vor.
Stattdessen agiert die "Next Generation" wie ein Verlag im Verlag. Es gibt eine eigene Organisationsstruktur, eine Kosten- und Zeitkalkulation, eigene Vermarktung und ein spezielles Heftkonzept. So steht das 100 Seiten umfassende Magazin visuell und inhaltlich unter dem Leitthema Perspektivenwechsel. Das gilt sowohl für die Autoren als auch für die Grafik: Alles ist möglich, kann auf den Kopf gestellt, von unten und aus der Vogelperspektive betrachtet werden. "Durch 'Unikat' zu blättern, wird eine völlig neue Erfahrung sein. Wir nutzen voll und ganz die visuellen Möglichkeiten aus, die nur Print-Magazine beim Geschichtenerzählen haben", sagt Julia Werner, stellvertretende Chefredakteurin von "Glamour" und Chefredaktion von "Unikat". Bei den Anzeigenkunden kommt das offenbar gut an: "Die Vermarktung ist gut angelaufen, wir bekommen sehr viel positives Feedback", sagt Monika Schäffner, eigentlich Senior Advertising Manager bei "Myself" und derzeit auch kaufmännische Leitung von "Unikat".

Das Magazin liegt im November den Dezember-Ausgaben aller sechs Condé-Nast-Titel bei. Eine eigene Website wird es für den One Shot nicht geben. Stattdessen wollen Schäffner und ihre Kollegen "vor allem die Social Media-Power unserer bestehenden Markenkanäle nutzen, um die Leser mit überraschenden Fragestellungen zum Perspektivwechsel zu bewegen."

Im Verlag genießt "Unikat" hohes Ansehen. Herausgeber Moritz von Laffert: "Das Projekt ist ein Katalysator für das kreative Potenzial unseres Hauses und unterstreicht unseren Anspruch, neue Wege bei der Entwicklung innovativer journalistischer Konzepte zu gehen." Auch Chefredakteurin Werner sieht den Mehrwert des Projekts: "Das ganze Haus brennt für 'Unikat'. So lernen wir von anderen Redaktionen und anderen Arbeitsweisen, das ist sehr bereichernd und nur in einem derart beweglichen Haus wie Condé Nast möglich.“ kan
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