Comeback Thomas Middelhoff vor Rückkehr in die Medienbranche

Montag, 22. Juli 2013
Thomas Middelhoff kehrt in die Medienbranche zurück
Thomas Middelhoff kehrt in die Medienbranche zurück


Der ehemalige Bertelsmann-Boss Thomas Middelhoff steht offenbar kurz vor seiner Rückkehr in die Medienbranche. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte der Manager Verhandlungen mit einem internationalen Medienkonzern.
"Ja, das stimmt, die Sache ist so gut wie unter Dach und Fach", sagte Middelhoff der "SZ". Er könne allerdings noch keine Details nennen. Der umstrittene Manager war von 1998 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. 2002 verließ er den Medienkonzern im Streit um die zukünftige Ausrichtung: Middelhoff wollte Bertelsmann an die Börse bringen, um Kapital für die weitere Expansion zu beschaffen, die Eignerfamilie Mohn fürchtete dagegen um ihren Einfluss.

Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" bemüht sich Middelhoff vor seiner Rückkehr ins Mediengeschäft sichtlich, sein angekratztes Image aufzupolieren: "Was heißt eigentlich schlechtes Image? Sicherlich bin ich umstritten, aber wir haben in Deutschland eine wahnsinnige Neid-Debatte. Ich bin nicht der einzige Manager, den das trifft", beklagt der 60-Jährige.

Vor allem während der Zeit als Vorstandsvorsitzender des Handelskonzerns KarstadtQuelle, den er in Arcandor umbenannte, bekam der Ruf des Managers tiefe Kratzer. Unter anderem der von ihm vorangetriebene Verkauf der Karstadt-Immobilien an einen Immobilienfonds, an dem er selbst beteiligt war, wurde heftig kritisiert. Eine Schuld an der Insolvenz des Konzerns weist Middelhoff aber weit von sich: "Als ich als Vorstandschef abtrat, war Insolvenz bei Arcandor überhaupt kein Thema." Sein Nachfolger Karl-Gerhard Eick sei der "Totengräber" von Arcandor gewesen. Ganz gleich, bei welchem Medienkonzern Middelhoff anheuert: Der Aufmerksamkeit der Medien kann sich der Manager sicher sein.

Update: Wie die "Financial Times" berichtet, heuert Middelhoff nicht bei einem großen internationalen Medienkonzern an, sondern gründet gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmer Bruno Wu ein Unternehmen mit Schwerpunkt in China. Wu besitzt gemeinsam mit seiner Frau die Sun Redrock Group und die Sun Media Group, die beide zu den größten privaten Medienunternehmen in China gehören. Laut "FT" wollen Wu und Middelhoff ihre Beteiligungen in China in der Holding BT Capital bündeln. Das Unternehmen soll laut Middelhoff außerdem in mittelständische, profitable Medienhäuser im Westen investieren, denen BT Capital dafür den Zugang zum chinesischen Markt erleichtern soll. Die Gründung des Unternehmens sollte noch am Montag bekannt gegeben werden. dh
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