"Coalition for better ads" BVDW, Group M und Google schließen Bündnis für bessere Onlinewerbung

Donnerstag, 15. September 2016
Oliver von Wersch, Geschäftsführer G+J EMS
Oliver von Wersch, Geschäftsführer G+J EMS
Foto: Alexander Hassenstein
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BVDW Google Group M IAB Onlinewerbung P&G Digitalunternehmen


Schon der Name klingt mächtig - und die Beteiligten sind es auch: Führende Digitalunternehmen wie Google, Verbände wie das IAB und der BVDW, die Group M und Unternehmen wie Procter & Gamble schließen sich zur "Coalition for better ads" zusammen, um globale Standards für gute Onlinewerbung zu entwickeln. Ein Zusammenschluss wie dieser ist einzigartig - und dürfte langfristig unter anderem auch dazu dienen, dem immer aggressiveren Vorgehen von Adblock-Plus-Anbieter Eyeo das Wasser abzugraben.

Die Liste der Gründungsmitglieder liest sich wie das Who-is-who der Digitalbranche: Die Association of Advertising Agencies (4A's) ist dabei, das Interactive Advertsing Bureau (IAB), der BVDW, die Washington Post, Werbungtreibende wie Procter & Gamble und Unilever, die Group M und Google. Um einen geschlossenen Verbund handelt es sich nicht, neue Mitglieder sind grundsätzlich willkommen. Mit sofortiger Wirkung hat sich am Donnerstagabend auch Facebook dem Verbund angeschlossen.

In der "Coalition for better ads" wollen sich die Unternehmen in den nächsten Monaten vor allem mit dem Entwurf von Standards beschäftigen, die datengestützt die Bedürfnisse des Nutzers in den Blick nehmen und dafür sorgen, Onlinewerbung besser - im Sinne von: weniger nervig - zu machen. Das nötige Know-how für das Etablieren solcher Standards steuert unter anderem das Tech-Lab des IAB bei, andere Partner beteiligen sich mit Daten und Marktforschungsergebnissen. Grundsätzlich baut die Zusammenarbeit auf den jeweiligen Aktivitäten der Mitglieder auf und stellt sie auf eine neue Stufe.

"Werbung finanziert die Informationsvielfalt im Netz sowie den freien Zugang zu Services und Entertainment. Das gibt einer Branche aber noch lange nicht das Recht, den guten Willen der Konsumenten zu missbrauchen", sagt Randall Rothenberg, President und CEO des Interactive Advertising Bureau (IAB). Deshalb sei es so wichtig, als Industrie Standards zu entwickeln, die einen sicheren und schnellen Zugang zum Internet gewährleisten.

„Wir wissen mittlerweile, dass die Nutzer genervt sind von der Art und Weise, in der sich manche Onlinewerbung auf ihren Lieblingsseiten breit macht.“
Stephan Loerke
Oliver von Wersch, BVDW und Digitalmanager bei Gruner + Jahr, betont: "Die Coalition unterstreicht unsere Überzeugung, dass nur ein gemeinsamer und globaler Zusammenschluss den Wandel treiben kann, den die Nutzer wollen." Man habe erkannt, dass die Nutzererfahrung mit Onlinewerbung viel besser werden müsse, ergänzt Nancy Hill, CEO 4A's, nicht zuletzt durch den Anstieg von Adblocking: "Jetzt ist es an der Zeit, uns  zu fragen, wieso es so weit kommen konnte, und wie wir es schaffen, uns mit den Kunden, die wir erreichen wollen, besser auszutauschen."

Auch Stephan Loerke, CEO World Federation of Advertisers, betont: "Wir wissen mittlerweile, dass die Nutzer genervt sind von der Art und Weise, in der sich manche Onlinewerbung auf ihren Lieblingsseiten breit macht. Wir haben diese Botschaft laut und deutlich gehört: Unsere heutige Ankündigung ist ein wichtiger Schritt, eine globale Antwort darauf zu finden." kan

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