Christus-Statue im Italien-Trikot TV-Sender Rai provoziert mit WM-Spot

Dienstag, 10. Juni 2014
Star-Stürmer Mario Balotelli als Christus (Foto: Instagram)
Star-Stürmer Mario Balotelli als Christus (Foto: Instagram)


Dass der Fußball-Gott Italiener sein muss, weiß Fußball-Deutschland spätestens seit den verlorenen Halbfinals 2006 und 2012. Aber der Sohn Gottes? In ihrem Spot für die WM in Brasilien hüllt die italienische Sendeanstalt Rai die berühmte Statue Cristo Redentor in Rio de Janeiro in ein Nationaltrikot Italiens und erntet dafür Kritik von kirchlicher Seite.

Der 30-sekündige Spot strotzt nur so vor Klischees: Zu den Klängen von Gioachino Rossinis Oper "Der Barbier von Sevilla" ist ganz Rio in Blau und Weiß gehüllt. Eine Capoeira-Gruppe tanzt statt im traditionellen Weiß in den italienischen Farben, in den Favelas kicken Jungs im Traningszeug der Squadra Azzurra. Und die weltberühmte Statue Cristo Redentor (deutsch: Christus der Erlöser) auf dem Berg Corcovado thront im italienischen Nationaltrikot über der Stadt.

Genau dafür erntet der Sender nun Kritik von Kirchenverbänden. Wie die brasilianische Zeitung "O Globo" berichtet, fordert die Erzdiözese von Rio de Janeiro für die unerlaubte Nutzung des nationalen Heiligtums von Radiotelevisione Italiana eine Summe zwischen fünf und sieben Millionen Euro.

Die Statue trägt im Commercial ein Trikot mit der Nummer 10, das bei der WM Antonio Cassano gehört. In der Vergangenheit war der Stürmer immer wieder mit Disziplinlosigkeiten und Skandalen aufgefallen; während der Euro 2012 sagte er etwa bei einer Pressekonferenz, er hoffe, es gebe keine Schwulen in der italienischen Nationalmannschaft. Auch Star-Angreifer Mario Balotelli sorgt im Zuge der Diskussion mal wieder für Schlagzeilen und veröffentlichte bei Instagram ein Bild von ihm in der Rolle des Cristo Redentor. fam
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