Christian Seifert zum Rekord-Deal in England DFL-Chef fordert Diskussion über "unpopuläre Maßnahmen"

Donnerstag, 12. Februar 2015
DFL-Chef Christian Seifert nimmt die Bundeliga-Clubs in die Pflicht
DFL-Chef Christian Seifert nimmt die Bundeliga-Clubs in die Pflicht
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Die deutsche Fußball-Bundesliga befindet sich in Sachen TV-Vermarktung sowohl im In- als auch im Ausland auf einem guten Weg. Das geht zu einem Gutteil auf das Konto von Christian Seifert, dem Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL). Der soeben in England geschlossene Rekord-Deal setzt die Liga allerdings unter Zugzwang. Seifert will daher auch über "unpopuläre Maßnahmen" sprechen, um den Abstand zur Premier League nicht zu groß werden zu lassen. Damit könnten neue Anstoßzeiten gemeint sein.
Rund sieben Milliarden Euro erhalten die 20 Clubs der höchsten englischen Spieklasse aus dem neuen nationalen TV-Vertrag. Allein fünfeinhalb Milliarden davon bezahlt Sky, das sich einen Bieterwettstreit mit der British Telecom geliefert hat. Der Telekommunikationskonzern berappt ab der Saison 2016/17 etwas mehr als 1 Milliarde Euro für seine Internet-Rechte. Selbst Insider waren von diesen Summen überrascht worden. Die Premier League festigt damit ihre Position als Fußball-Liga mit den höchsten TV-Einnahmen.
British Telecom Premier League
Bild: British Telecom

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Auch der deutsche Profifußball erlöst aus dem seit 2013 gültigen TV-Vertrag Rekordsummen. Im Vergleich zur Premier League nehmen diese sich allerdings geradezu bescheiden aus: Insgesamt beträgt das Volumen rund 2,5 Milliarden Euro, pro Saison fließen durchschnittlich 628 Millionen Euro an die Clubs. Den Löwenanteil davon bezahlt wie auf der Insel der Bezahlsender Sky. Hinzu kommen die Gelder aus der internationalen TV-Vermarktung, die sich in diesem Jahr auf 154 Millionen Euro belaufen sollen.

Man sieht also: Der Abstand zwischen Bundesliga und Premier League ist gewaltig. Und das dürfte laut Seifert auch erst einmal so bleiben: "Mit Blick auf den deutschen Markt wird es für die Bundesliga auf absehbare Zeit kaum möglich sein, solche Zahlen zu erreichen. Will die Liga ihre sportliche Qualität und damit auch ihre Popularität erhalten, muss es darum gehen, den zweiten Platz in Bezug auf den Gesamtumsatz zu festigen und den Abstand zu England nicht zu groß werden zu lassen", so der DFL-Chef gegenüber der "Bild".

„Sind wir mit Blick auf den neuen TV-Vertrag bereit, notfalls auch unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, um weiter die besten Spieler der Welt in der Bundesliga zu halten?“
Christian Seifert
Doch wie soll die Bundesliga auf den Quantensprung in England reagieren? Seifert fordert hierbei "eine ehrliche Diskussion" unter den Clubs: "Sind wir mit Blick auf den neuen TV-Vertrag bereit, notfalls auch unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, um weiter die besten Spieler der Welt in der Bundesliga zu halten?" Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (SID) könnten diese Maßnahmen auch die Neuverteilung der Anstoßzeiten umfassen, um dadurch mehr Geld aus dem Bereich des Bezahlfernsehens zu erlösen.

Die DFL will im kommenden Jahr die Ausschreibungsunterlagen für den nationalen Medienvertrag ab der Saison 2017/18 verschicken. Derzeit laufen die Gespräche mit dem Bundeskartellamt über die mögliche Ausgestaltung der Rechtepakete. ire
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