Christian Nienhaus und Funke Die Zeichen stehen auf Abschied

Donnerstag, 09. Januar 2014
Christian Nienhaus wird Funke wohl verlassen
Christian Nienhaus wird Funke wohl verlassen

Die Ära Christian Nienhaus bei der Funke Mediengruppe neigt sich ihrem Ende zu. Das "Handelsblatt" berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass sich die Essener Mediengruppe ("WAZ", "Westfälische Rundschau", "Thüringer Allgemeine") von ihrem Zeitungsgeschäftsführer trennen wird. Als Grund werden Differenzen bezüglich des Mega-Deals mit Axel Springer genannt. Funke hat auf eine HORIZONT.NET-Anfrage bislang nicht reagiert. Aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr HORIZONT.NET allerdings, dass die Trennung unmittelbar bevorsteht. Wie HORIZONT.NET erfuhr, wird es wohl am heutigen Donnerstag ein offizielles Statement der Funke-Gesellschafter zu der Personalie Christian Nienhaus geben. Den Kreisen zufolge stehen die Zeichen definitiv auf Trennung. Der frühere Springer-Manager Nienhaus war Ende 2007 zu dem Essener Medienhaus gewechselt, das damals noch unter WAZ Mediengruppe firmierte. Bei Springer war er als Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeitungsgruppe Bild ("Bild", "BamS", "Sport Bild", "BZ") für den Großteil der Erträge verantwortlich - und kennt den Konzern wie seine Westentasche. Dass Nienhaus laut "Handelsblatt" die geplante Übernahme großer Teile des Springer-Verlagsgeschäfts (u.a. "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost", "Hörzu") durch Funke nicht mitgetragen hat - und dass ihn das nun seinen Job kostet, ist vor diesem Hintergrund schon bemerkenswert.

In der Tat spricht einiges dafür, dass Nienhaus mit dem 920 Millionen Euro schweren Deal nicht ganz einverstanden war. Die "Handelsblatt"-Info, dass Nienhaus als einziger der drei Funke-Geschäftsführer - neben Nienhaus gehören auch Manfred Braun und Thomas Ziegler dem Gremium an - den Kaufvertrag nicht unterschrieben hat, decken sich mit Informationen, die HORIZONT.NET aus unternehmensnahen Kreisen erhielt. Offiziell heißt es, Nienhaus sei bei der Vertragsunterzeichnung im Urlaub gewesen und habe deshalb nicht unterschreiben können. Angesichts der Tragweite des Deals ist diese Erklärung allerdings wenig glaubwürdig. mas
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