Charlie Hebdo Google und "Guardian" helfen dem Satiremagazin

Freitag, 09. Januar 2015
Auf ihrer Homepage verkünden die überlebende "Charlie Hebdo"-Mitglieder, weitermachen zu wollen
Auf ihrer Homepage verkünden die überlebende "Charlie Hebdo"-Mitglieder, weitermachen zu wollen
Foto: charliehebdo.fr

Bei dem blutigen Anschlag auf "Charlie Hebdo" am Mittwoch kam ein großer Teil der Redaktion ums Leben. Um die nähere Zukunft der französischen Satirezeitschrift zu sichern, haben Google und die britische "Guardian"-Mediengruppe Soforthilfe zugesagt.
Der scheidende Chefredakteur des "Guardian" Alan Rusbridger verkündete die Nachricht auf seinem Twitter-Account: Man werde 100.000 Pfund spenden, um sicherzustellen, dass "Charlie Hebdo" nicht "zum Schweigen gebracht" werde. Rusbridger schrieb auch, dass Google 300.000 US-Dollar zur Verfügung stellen werde, das sind umgerechnet etwa 250.000 Euro (Update: Wie Google Deutschland mitteilen lässt, kommt das Geld nicht ditrekt von dem Internetkonzern, sondern wird durch den Fonds FINP bereitgestellt, den Google 2013 gemeinsam mit dem französischen Presseverband AIPG ins Leben gerufen hat, um den französischen Journalismus zu unterstützen.) Zuvor hatten bereits französische Medien "Charlie Hebdo" ihre Unterstützung zugesagt. So erklärten der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Tageszeitung "Le Monde", dass sie "Charlie Hebdo" Personal und Sachmittel zur Verfügung stellen wollen, um das Erscheinen der Zeitschrift sicherzustellen.
Charlie Hebdo Aftenposten Cover
Bild: Aftenposten

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Die noch lebenden Redaktionsmitglieder von "Charlie Hebdo" haben derweil erklärt, auch kommende Woche eine Ausgabe produzieren zu wollen. Auf der Homepage der Satirezeitschrift sieht man derzeit eine Faust, die einen Bleistift in der Hand hält. Daneben steht, dass der Stift sich niemals der Barbarei unterwerfen werde. Die nächste Ausgabe, die am Mittwoch, den 14. Januar erscheinen soll, wird daher "Zeitung der Überlebenden" genannt. Wie "FAZ" berichtet, soll das Heft acht Seiten stark sein und in einer Auflage von einer Million erscheinen - für gewöhnlich beträgt die Auflage 60.000 Exemplare.

Auch im Netz erfährt "Charlie Hebdo" famose Unterstützung. Neben den Beileidsbekundungen unter dem Hashtag #JeSuisCharlie und den Solidaritätsbeiträgen anderer Karikaturisten schließen sich auf Facebook immer mehr Nutzer der Zeitschrift an: Wie aus der öffentlich einsehbaren Statistik der "Gefällt mir"-Angaben für "Charlie Hebdo Officiel" hervorgeht, nahm die Zahl der Likes seit dem Anschlag um 326 Prozent bzw. 1.000.000 neue Fans zu. Derzeit liegt die Zahl der "Gefällt mir"-Angaben bei 1,3 Millionen. Tendez steigend. ire
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