Champions League Finale Der FC Barcelona und Juventus Turin im Social-Media-Vergleich

Freitag, 05. Juni 2015
Das Finale der Uefa Champions League am Samstag bestreiten der FC Barcelona und Juventus Turin
Das Finale der Uefa Champions League am Samstag bestreiten der FC Barcelona und Juventus Turin
Foto: UEFA

Am Samstag kämpfen der FC Barcelona und Juventus Turin im Finale der Champions League in Berlin um die europäische Fußball-Krone. Ein Sieger scheint derzeit kaum vorhersehbar, obwohl die Katalanen ganz klar in der Favoritenrolle sind. Doch wer hat abseits des Platzes in den sozialen Netzwerken die Nase vorne?
Auch hier lautet die Antwort eindeutig: der FC Barcelona. Allein was die reinen Fanzahlen angeht, schlägt der spanische Meister den italiensichen um Längen. Auf Facebook liegt Barça mit sage und schreibe 84 Millionen Fans eindeutig vor Juve, das lediglich 18 Millionen Fans vorweisen kann. Auf Twitter sieht es mit 15,2 Millionen zu 1,89 Millionen Followern ähnlich deutlich aus. Und auch auf Instagram distanziert Barcelona die "alte Dame" aus Turin deutlich (11,8 Millionen zu 1,3 Millionen Abonnenten).
Auf Facebook distanziert der FC Barcelona Juventus Turin deutlich
Auf Facebook distanziert der FC Barcelona Juventus Turin deutlich (Bild: Repucom)
Größe allein ist jedoch nicht alles, wie Simon Papendorf, Head of Digital DACH bei dem Sportmarktfoschungsunternehmen Repucom, erklärt: "Der Twitter-Account von Juventus hat mehr als 1,8 Millionen Follower – ein enormer Anstieg um 30 Prozent innerhalb der aktuellen Champions-League-Saison. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wuchs die Twitter-Fangemeinde von Barça um 19 Prozent. Über Twitter erreichte Juve außerdem 2,8 Millionen Interaktionen, die sich bei einer optimalen Zielgruppenansprache positiv auf die Einnahmen auswirken können."

Schaut man sich das Kommunikationsvolumen zu beiden Mannschaften im Netz an, scheint das Kräfteverhältnis relativ ausgeglichen. Wie der Mediamonitoring-Dienstleister Ubermetrics für HORIZONT Online herausgefunden hat, liegt der Anteil der Gespäche, die sich über den FC Barcelona drehen, bei "nur" 55 Prozent - was angesichts der massiv höheren Fanzahlen kein großer Vorsprung ist. In den ersten Juni-Tagen konnte Juve Barça sogar kurzzeitig überholen - was unter anderem an der Verletzung von Stammverteidiger Giorgio Chiellini gelegen haben könnte. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum zwischen dem 29. Mai und dem 4. Juni.
Bei den Kommunikationsanteilen im Netz halten sich Barca und Juve beinahe die Wage
Bei den Kommunikationsanteilen im Netz halten sich Barca und Juve beinahe die Wage (Bild: Ubermetrics)


Schlüsselt man diese Statistik nach Tonalität auf, kann der italienische Fußballmeister sein spanisches Pendant sogar übertrumpfen: 44 Prozent der Gespräche über Juve sind positiv, während es bei Barcelona 38 Prozent sind. In absoluten Zahlen ausgedrückt relativiert sich diese Statistik allerdings ein wenig, denn Barça generierte im Untersuchungszeitraum insgesamt 110.178 Gespräche, bei Turin waren es 89.704.

Gerade für Sponsoren könnte sich aus diesem Wissen eine spannende Chance ergeben: Wer es schafft, Online-Gespräche über die eigene Mannschaft in Echtzeit zu analysieren, kann die Fans womöglich zeitgleich mit passenden Sponsoring-Botschaften versorgen. Ein gutes Beispiel hierfür lieferte Snickers bei der vergangenen Fußball-WM.

Auch auf Ebene der Teams ergaben sich einige interessante Vergleiche. Ubermetrics untersuchte, zu welchen einzelnen Personen die Öffentlichkeit am häufigsten kommuniziert. Dass Barcelona hierbei insgesamt das bessere Bild abgibt, verwundert nicht wirklich: Mit Lionel Messi und Neymar hat der Club zwei der in den sozialen Netzwerken stärksten Spieler in seinen Reihen. Allein auf Twitter bringt es Neymar auf 18,4 Millionen Follower. Der brasilianische Nationalspieler belegt im Spielerranking dennoch nur Rang 3. Vor ihm rangieren sein Sturmpartner Luis Suarez (5,11 Millionen Twitter-Follower) und Messi - obwohl dieser nicht einmal über ein offizielles Twitter-Profil verfügt. Der argentinische Wunderstürmer bringt es im Analysezeitraum auf 32.704 Erwähnungen.

Die drei meisterwähnten Juve-Spieler liegen allesamt dahinter - allerdings beherrschte Giorgio Chiellini ob seiner Verletzung die Gespräche der vergangenen drei Tage. Insgesamt bringt es der italienische Nationalverteidiger auf 10.242 Erwähnungen. Damit lässt er Mittelfeldmotor Paul Pogba hinter sich (9832 Erwähnungen), muss aber Top-Stratege Andrea Pirlo (11.217 Erwähnungen) den Vortritt lassen. Das Duell der Trainer entscheidet Barça-Coach Luis Enrique mit 6431 Erwähnungen für sich. Sein Kontrahent Massimiliano Allegri bringt es auf 3123 Erwähnungen.
Der FC Barcelona hat die Social-Media-Könige in seinen Reihen
Der FC Barcelona hat die Social-Media-Könige in seinen Reihen (Bild: Ubermetrics)


Auch wenn die Social-Media-Zahlen von Juventus Turin also durchaus beeindruckend sind: Dass es nicht reicht, um auf einer Ebene Barcelona zu agieren, kommt nicht von ungefähr. Zwar schauen beide Vereine auf eine erfolgreiche Historie zurück und beschäftigen mit zahlreichen Weltstars besetzte Mannschaften. Repucom zufolge hat der FC Barcelona jedoch ein globales Fanpotenzial von 540 Millionen Menschen, während 290 Millionen Fußballfans ein Interesse an Juventus Turin angeben.

Die enorme Reichweite von Barcelona schlägt sich letztendlich auch in den TV- und Sponsoringeinnahmen des Clubs nieder. Die Katalanen kassierten in dieser Saison bereits 161 Millionen Euro an Fernsehgeldern, die Sponsoringeinnahmen lagen mit 160 Millionen Euro nur minimal darunter. Juve kann bei den Einnahmen aus der TV-Vermarktung zwar durchaus mithalten (151 Millionen Euro), die Sponsoringeinnahmen der Italiener liegen allerdings deutlich unter denen des FC Barcelona (60 Millionen).

Aber wer weiß: Sollte Juve am Samstag als Sieger vom Platz gehen, könnten sich sowohl die Social-Media-Kennzahlen als auch Attraktivität des Clubs für Sponsoren und Medien denen des großen FC Barcelona annähern. ire
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