Causa Lachmann DJV lobt Stefan Aust für Bemühungen um Transparenz

Dienstag, 16. Februar 2016
Der DJV-Vorsitzende Frank Überall lobt Stefan Aust
Der DJV-Vorsitzende Frank Überall lobt Stefan Aust
Foto: DJV

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) findet lobende Worte für die Bemühungen von Stefan Aust, den Fall des entlassenen "Welt"-Redakteurs Günther Lachmann öffentlich zu erklären. Der "Welt"-Chefredakteur beweise damit "mustergültige Transparenz gegenüber den Lesern", wie der DJV in einer Erklärung auf seiner Homepage mitteilt.
Aust hatte gestern auf der Online-Seite der "Welt" sowie in der heutigen gedruckten Ausgabe zu der Entlassung Lachmanns Stellung bezogen. Der Politik-Redakteur war bei der Zeitung für die Berichterstattung über die Alternative für Deutschland (AfD) zuständig gewesen, hatte sich der Partei gleichzeitig aber als Berater angeboten. "Ein Journalist, der sich als PR-Berater einer Partei andient, hat seine Unabhängigkeit verloren, seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt – und damit seinen Job", hatte Aust die Trennung von Lachmann verteidigt. Zudem kündigte der Chefredakteur und Herausgeber der "Welt"-Gruppe an, rechtliche Schritte gegen den Entlassenen zu prüfen sowie dessen AfD-Berichterstattung "nachträglich kritisch zu hinterfragen."

Zwar gehörten arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen zwischen einem Verlag und einem Redakteur grundsätzlich nicht in die Öffentlichkeit, sagt DJV-Chef Frank Überall. Bei der Causa Lachmann handle es sich jedoch um einen Fall, der "die Glaubwürdigkeit des Journalismus in schwierigen Zeiten" betreffe, so Überall: "Die Menschen erwarten von uns Journalisten Unabhängigkeit und Transparenz. Deshalb darf über die Handlangerdienste, die ein Politikjournalist einer Partei angeboten hat, nicht der Mantel des Schweigens gehüllt werden." In einem solchen Fall überwiege das Aufklärungsinteresse gegenüber dem Schutzinteresse des Redakteurs. ire
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