"Catch the Millionaire" im HORIZONT-Check Sozial-Experiment im Kuppelshow-Gewand

Freitag, 19. Juli 2013
18 Frauen buhlen um drei vermeintliche Millionäre. Aber nur einer ist wirklich reich
18 Frauen buhlen um drei vermeintliche Millionäre. Aber nur einer ist wirklich reich
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ProSieben Toskana Germany's Next Topmodel



Auf den ersten Blick ist "Catch the Millionaire" nur eine weitere Datingshow. Doch das Konzept des neuen Formats von Pro Sieben hält einige Überraschungen bereit: Nur einer der drei vermeintlichen Millionäre ist wirklich reich - was die Frauen, die um die Gunst der gut betuchten Junggesellen kämpfen, zunächst aber nicht wissen. In der ersten Folge konnte die Show ihr Potenzial als spannendes soziales Experiment aber nicht ausspielen. Zu sehr klebte die Inszenierung an altbekannten Mustern.
Er ist der Traum vieler Frauen: Dennis sieht nicht nur gut aus und trägt das Herz am rechten Fleck, er ist auch noch schwerreich. Der Jungunternehmer ist mit Ende 20 bereits ein gemachter Mann - nur die Frau fürs Leben ist ihm noch nicht begegnet. Und wenn er jemanden kennenlernt, kann er sich nie sicher sein, ob die Dame sich wirklich in ihn verliebt hat, oder ob sie nur auf sein sein gut gefülltes Bankkonto scharf ist.

Genau hier setzt die neue Kuppelshow "Catch the Millionaire" an. Denn im Gegensatz zu der bekannten RTL-Datingshow "The Bachelor" gibt es bei der Variante von Pro Sieben nicht einen, sondern drei gut aussehende Männer, die auf der Suche nach einer Partnerin sind. Allerdings ist nur einer der drei ein echter Millionär: Chris und Gero tun nur so als ob - wovon die 18 Kandidatinnen zunächst allerdings nichts wissen. Die beiden vermeintlich reichen Junggesellen sollen Dennis vor allem dabei unterstützen, die Richtige zu finden und vermeintliche "Goldgräberinnen", die es nur auf das dicke Bankkonto der Männer abgesehen haben, möglichst herausfiltern. Aber auch Student Chris und der arbeitssuchende Politologe Gero sind Singles, und hätten nichts dagegen, eine Partnerin zu finden.

"Catch the Millionaire" ist also keine reine Kuppelshow, sondern zugleich ein spannendes soziales Experiment: Wie wichtig ist den Frauen die Aussicht auf ein Leben in Saus und Braus? Wie reagieren sie, wenn sie erfahren, dass nur einer der drei vermeintlich reichen Junggesellen ein echter Millionär ist? Und was passiert, wenn sich zwei Männer um eine Frau balgen oder umgekehrt? Findet vielleicht sogar jeder der drei Männer die passende Partnerin? Und wie reagiert eine Frau, wenn der Auserwählte nicht reich ist, sondern wie Gero sogar noch bei seinen Eltern lebt?

Zumindest in der ersten Folge konnte "Catch the Millionaire" die vermeintlichen Stärken des Konzepts leider noch überhaupt nicht ausspielen. Einspieler reihte sich an Einspieler: Zuerst wurden ausführlich die drei Junggesellen und die Vorbereitung der beiden Möchtegern-Millionäre auf ihre Rolle vorgestellt. Zwischen den Impressionen von dem fürstlichen Anwesen in der Toskana, in dem das Format aufgezeichnet wurde, mussten dann noch die 18 Kandidatinnen vorgestellt werden, von denen sechs bereits in der ersten Folge wieder die Koffer packen mussten. Dazwischen wurden genüsslich die ersten Zickereien zwischen den Kandidatinnen vorgeführt - "Germany's Next Topmodel" lässt grüßen.

Wirklich spannend dürfte es bei "Catch the Millionaire" werden, sobald die Frauen erfahren, dass zwei der vermeintlichen Millionäre Nieten sind - zumindest in finanzieller Hinsicht. Die Frage ist, wie viele Zuschauer so lange dabei bleiben. Die erste Folge war mit gerade einmal 940.000 Zuschauern von 14 bis 49 Jahren nicht gerade der große Sommerhit. Ob zumindest Millionär Dennis am Ende das große Los zieht, wird sich zeigen. dh

Millionär Dennis hat die Qual der Wahl - doch wer meint es ernst mit ihm?
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