CES 2016 5 Tipps von Google, wie ein Start-up zu denken

Freitag, 08. Januar 2016
Bethany Poole, Group Marketing Manager bei Google, plaudert aus dem Nähkästchen rund um die Entstehung der Google-App "Primer.
Bethany Poole, Group Marketing Manager bei Google, plaudert aus dem Nähkästchen rund um die Entstehung der Google-App "Primer.
Foto: Screenshot yourprimer.com
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Google CES Las Vegas


Man müsse mehr wie ein Start-up denken, das fordern Führungskräfte traditioneller Unternehmen seit ein paar Jahren gerne von ihren Teams. Bei der CES in Las Vegas erhalten sie prominente Unterstützung für ihren Appell. Bethany Poole, Group Marketing Manager bei Google, gibt fünf Tipps zur Aktivierung des Innovationsgeistes.

Dabei plaudert Poole aus dem Nähkästchen rund um die Entstehung der Google-App "Primer", mit der Nutzer spielerisch ihr Marketing-Wissen erweitern können. In den vier Kategorien Werbung, Content, Messung und Strategie arbeiten sie sich durch Karten, die wenige Sätze enthalten, und absolvieren kurze Wissensfragen. Einzelne Karten können gespeichert und immer wieder abgerufen werden. "97 Prozent der Erwachsenen nehmen sich keine Zeit mehr zum Lernen, und bei Marketeers ist die Quote wahrscheinlich noch höher. Dabei ist ihr Aufgabenfeld in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden", erklärt Poole den Hintergrund für die Entwicklung der App, die nach drei Monaten auf den Markt gebracht wurde. Dazugelernt hat ihrzufolge aber auch der Konzern Google, wenn es darum geht, wie ein Start-up zu denken, aber keines (mehr) zu sein.

1. Team: Stellt Outsider ein!

Das sechsköpfige Team, das Google Primer entwickelt hat, setzt sich aus Menschen zusammen, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen: Entwicklern, Kreativen, Journalisten, Musikern. Sie alle lassen Meinungen und Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen einfließen und ermöglichen es, mit dem Produkt letztlich eine breite Kundenschar anzusprechen.

2. Ressourcen: Einschränkungen sind Chancen!

Das kleine Google-Team saß bei der Entwicklung der App in einem Raum, verbringt keine Zeit in Meetings, schreibt noch nicht einmal E-Mails, sondern kommuniziert klassisch und fast schon oldschool Face-to-Face. Zur Zeitersparnis kommt eine Kultur des Do-it-yourself: "Wir hatten keine Ressourcen, um externe Agenturen mit Dienstleistungen wie Kreation und Technologie zu beauftragen", erinnert sich die Google-Managerin. Man habe viele Dinge deshalb einfach selbst ausprobiert - und gemeistert.

3. Produkt: Sei erfolgreich mit einem MVP!

Als Minimum Viable Product (MVP) gilt in der Produktentwicklung jenes, das den höchsten Return on Investment im Vergleich zum eingegangenem Risiko erzielt. Google hat Primer mit geringem Budget in drei Monaten auf den Markt gebracht und von Anfang an verfolgt, wie die App genutzt wird. Das Nutzerverhalten genau kennenzulernen und schnell Verbesserungen bieten zu können, ist für Poole essentiell, um ein Produkt wirklich gut zu machen.

4. Ergebnis: Verliere nie dein Ziel aus den Augen!

Das kennt jeder: Im Laufe der Zeit sorgen mangelnde Absprachen, unklare Briefings oder auch der Überschuss an kreativen Ideen dafür, dass man vom Weg abkommt und viel zu viel Zeit damit verbringt, zurück in die Spur zu finden. Ein andauernder Abgleich mit den zu Anfang formulierten Zielen kann das verhindern.

5. Zukunft: Was passiert mit der Innovation?

Die gute Idee ist geboren, entwickelt - und jetzt soll sie bestenfalls mit der Außenwelt geteilt werden. Die Google-Managerin appelliert an Unternehmen, sich von vorneherein darüber bewusst zu sein, was mit dem jeweiligen Produkt passieren soll, um dementsprechend Ressourcen nach dem Entwicklungsprozess aufstocken zu können. Auch bei Google Primer stehen derartige Überlegungen an: "Wir wollen die Reichweite vergrößern, aber das erfordert eigentlich auch mehr Ressorcen", sagt Poole. Mit der App Geld zu verdienen, stehe momentan nicht im Fokus. Bei der Elektronikmesse CES gibt es eine eigene Start-up-Halle. Hunderte von Unternehmen zeigen dort ihre Produkte, unter anderem einen Regenschirm, der das Wetter vorhersagt, oder ein Gerät, das Tablets von Keimen befreit. kan

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