CEO Thomas Rabe Bertelsmann will in USA wachsen

Freitag, 27. Juni 2014
Thomas Rabe will Auslandsumsatz des Medienunternehmens steigern (Foto: Bertelsmann)
Thomas Rabe will Auslandsumsatz des Medienunternehmens steigern (Foto: Bertelsmann)


Bertelsmann-CEO Thomas Rabe will im Ausland deutlich wachsen - vor allem in den USA. "Unser Ziel ist es, den Umsatz in den Wachstumsregionen in den nächsten Jahren von etwa 450 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro zu steigern", sagt Rabe im Gespräch mit der Mitarbeiterzeitung "Inside". Zum konkreten Zeit-Horizont äußert er sich jedoch nicht.
In den vergangenen zehn Jahren hat der Konzern Repräsentanzen in wachstumstarken Märkten wie Indien und China eröffnet und unter anderem über den hauseigenen Asien-Fonds BAI Investments in der Region getätigt. Um so spannender ist der regionale Fokus, den Rabe nun legt: "Wir werden in den nächsten Jahren unsere Geschäfte in den USA ausbauen, dem größten und innovativsten Medienmarkt der Welt", sagt er in dem Interview.

Wie relevant die USA für Medien sind, sei ihm bei einer hauseigenen Veranstaltung im Silicon Valley bewusst geworden. Konzerne wie Apple, Google und Facebook würden die Zusammenarbeit mit Bertelsmann suchen, "da sie unsere Inhalte und unsere Dienstleistungen brauchen", so Rabe. Nach strategischen Desinvesitionen habe der Konzern die Präsenz in den USA daher wieder ausgebaut.

Das gilt beispielsweise für den TV-Produzenten Fremantle Media und die Buchgruppe Penguin Random House. Auch für BMG ist der amerikanische Musikmarkt wieder relevanter geworden. Nicht zuletzt die Dienstleistungssparte Arvato dürfte eine größere Rolle für die USA-Pläne spielen. Sie arbeitet für Konzerne wie Google, Microsoft und Amazon. Der derzeitige Arvato-CEO Achim Berg stand vor seinem Wechsel in Diensten von Microsoft und war jahrelang in den USA tätig.

In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt deutlich auf den BRIC-Staaten Brasilien, Indien, China. Auch dort will Rabe weiter investieren, auch wenn die Wachstumsraten zuletzt leicht gesunken sind. "Sie liegen immer noch um ein Vielfaches höher als beispielsweise in Europa", betont er.

Derzeit macht Bertelsmann rund 80 Prozent seines Umsatzes in Europa und etwa ein Drittel in Deutschland. Ingesamt erwirtschaftete der Konzern 2013 rund 16,4 Milliarden Euro - ein kleines Plus von 1,8 Prozent zum Vorjahr. Für Europa wünscht Rabe sich "ein wenig gesamtwirtschaftlichen Rückenwind, vor allem in Frankreich und Südeuropa". Dort sind noch immer die Folgen der Wirtschaftskrise 2008/09 spürbar. pap
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