Business Insider US-Ausgabe experimentiert mit Paid Content und Anti-Adblocker-Maßnahmen

Mittwoch, 28. September 2016
Business Insider fordert ausgewählte Nutzer zum Zahlen auf
Business Insider fordert ausgewählte Nutzer zum Zahlen auf
Foto: Axel Springer

Seit ziemlich genau einem Jahr gehört Business Insider komplett zu Axel Springer. Nun wagt das Wirtschafts-Portal den nächsten Schritt in seiner Entwicklung: In den USA führt CEO Henry Blodget nun ein Paid-Content-Modell ein. Zudem experimentiert Business Insider mit Anti-Adblocker-Maßnahmen, die stark an eine Initiative von Bild.de erinnern.
Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte BI-President und Chief Operating Officer Julie Hansen gegenüber Politico die Paid-Content-Pläne angekündigt. Zwar generiert die Plattform mit dem Bezahlangebot BI Intelligence bereits Abo-Erlöse, doch noch im November 2015 belief sich der Anteil der Anzeigenerlöse am Gesamtumsatz auf 85 Prozent. Axel Springer gehört allerdings zu den experimentierfreudigsten Medienhäusern in punkto Paid Content, da passt die Einführung eines Bezahlmodells bei Business Insider natürlich gut. Gegenüber "Adage" konkretisierte CEO Blodget nun die Pläne: Zunächst werde man ein so genanntes Metered Model testen, bei dem die Nutzer eine bestimmte Anzahl Artikel gratis lesen können, ehe sie zu einem Abonnement aufgefordert werden. Dabei will BI mit verschiedenen Obergrenzen experimentieren. Der erste Monat soll einen Dollar kosten, die Folgemonate schlagen mit 9,95 Dollar zu Buche. Mit dem Abo-Modell will Blodget auch zufällige Besucher monetarisieren, wohingegen BI Intelligence auf eine treuere Leserschaft abzielt.

Die Abonnenten sollen zudem weniger Werbung zu sehen bekommen als gewöhnliche Nutzer. Zwar werde man ihnen weiterhin Branded-Content-Formate zeigen, aber keine ablenkenden Display-Anzeigen. Das Ganze soll somit auch eine Antwort auf die steigende Verbreitung von Adblockern sein, von der Business Insider laut Blodget erheblich getroffen wurde, wenn auch der verloren gegangene Betrag nicht riesig sein soll.
Sabrina Hoffmann, Business Insider
Bild: Axel Springer

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Dennoch wird Business Insider in den USA nun damit starten, ausgewählte Nutzer mit installiertem Adblocker dazu aufzufordern, eine Ausnahmeregel für die Website hinzuzufügen oder ein Abo abzuschließen. Ein vergleichbares Anit-Adblocker-Modell hatte Axel Springer vor gut einem Jahr für Bild.de eingeführt. Bereits in den ersten Wochen hätten zwei Drittel der Bild.de-Besucher ihren Adblocker ausgeschaltet, wie Springer seinerzeit via Twitter bekanntgab.

Hierzulande werden die Nutzer von Business Insider vorerst wohl weiterhin umsonst auf der Website surfen können. "Die aktuellen Tests beschränken sich auf das US-Angebot von BI und stehen in keinem Zusammenhang mit dem deutschen Angebot", wie ein Sprecher von Axel Springer gegenüber HORIZONT Online erklärt. Die deutsche Version von Business Insider ist bei dem Finanzportal finanzen.net angedockt. ire
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