Burger King Kündigung von Yi-Ko war offenbar Folge erneuter RTL-Recherchen

Donnerstag, 20. November 2014
Das "Team Wallraff" hat erneut bei Burger King recherchiert
Das "Team Wallraff" hat erneut bei Burger King recherchiert
Foto: RTL/Stefan Gregorowius
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Mit der fristlosen Kündigung des Franchisenehmers Yi-Ko-Holding ist Burger King offensichtlich neuen Enthüllungen des Team Wallraff von RTL zuvorgekommen. Neue Recherchen des Senders belegen offenbar, dass sich die Hygiene- und Arbeitsbedingungen in den von Yi-Ko betriebenen Filialen der Fast-Food-Kette kaum gebessert haben.
Burger King hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Verträge für alle 89 von der Yi-Ko-Holding betriebenen Restaurants mit sofortiger Wirkung gekündigt werden. Der Franchisenehmer habe erneut gegen die getroffenen Vereinbarungen verstoßen. Auf der Facebook-Seite von Burger King informierte der Geschäftsführer von Burger King Deutschland, Andreas Bork, die Fans sogar mit einer Video-Botschaft über die Entscheidung. Der Zeitpunkt für die Kündigung der Yi-Ko-Holding ist aber offensichtlich kein Zufall: Mit den drastischen Maßnahmen tritt Burger King die Flucht nach vorne an. Erneute Recherchen von RTL haben ergeben, dass Yi-Ko nach wie vor viele Standards von Burger King missachtet. Neben anhaltenden Hygienemängeln - so wurden Zutaten immer noch länger als erlaubt ungekühlt in der Küche aufbewahrt - entsprechen auch die Arbeitsbedingungen in den Yi-Ko-Filialen nach wie vor nicht den Richtlinien von Burger King. Laut RTL sind verzögerte Gehaltszahlungen oder ausbleibende Lohnfortzahlung bei Krankheit nach wie vor an der Tagesordnung. Zudem sei Yi-Ko – anders als die anderen Franchisenehmer von Burger King - aus dem Tarifverbund BdS (Bundesverband der Systemgastronomie) ausgestiegen. Bei Neuverträgen ab März 2015 hätte somit nur noch Mindestlohn gezahlt werden müssen, also keinerlei Zuschläge sowie kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld. Dass der ehemalige Geschäftsführer der Yi-Ko-Holding Ergün Yildiz, der infolge des Skandals zurücktreten musste, nach wie vor die Fäden in der Hand hielt, hat Burger King selbst bestätigt.

RTL hatte Burger King mit einem Fragenkatalog mit den neuen Rechercheergebnissen konfrontiert und dem Unternehmen eine Antwortfrist bis zum 20. November gesetzt. Einen Tag vor Ablauf der Frist gab Burger King die Kündigung der Verträge mit dem umstrittenen Franchisenehmer Yi-Ko bekannt.

RTL berichtet am kommenden Montag um 22.15 Uhr in der Sendung "Team Wallraff - Reporter prüfen nach" über seine Recherchen. dh
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