Burda-News-Chef Burkhard Graßmann "Wir erreichen mit dem Focus künftig entspanntere Leser"

Donnerstag, 11. September 2014
"Unser Plan ist, mit dem Jahreswechsel umzustellen": Burkhard Graßmann
"Unser Plan ist, mit dem Jahreswechsel umzustellen": Burkhard Graßmann
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Focus Burkhard Graßmann Ulrich Reitz


Ab Anfang 2015 soll der "Focus" nicht mehr am Montag, sondern bereits am Samstag an den Kiosk kommen. Im Interview mit HORIZONT erläutert Burkhard Graßmann, Geschäftsführer von Burda News, die Gründe für den neuen Erscheinungstermin, mögliche Auswirkungen auf das Magazin und warum der Lebensmitteleinzelhandel für den "Focus" an Bedeutung gewinnt.

Der "Focus" erscheint ab Anfang 2015 bereits am Samstag. Das klingt doch sehr nach einer Reaktion auf den "Spiegel", der künftig ebenfalls früher an den Kiosk kommt.
In erster Linie orientieren wir uns bei all unseren Entscheidungen am Konsumenten, am Leser – nicht am Wettbewerb. Wir haben seit vergangenem Jahr geprüft, welcher Erscheinungstag für "Focus" ideal ist und kamen dann zu diesem Schluss. Sollte "Der Spiegel" ab kommendem Jahr tatsächlich samstags erscheinen, wäre das allerdings sicherlich kein Nachteil.

Ab wann genau wird der Erscheinungstermin umgestellt?
Unser Plan ist, möglichst mit Jahreswechsel umzustellen.

Was bedeutet das für die inhaltliche Ausrichtung des "Focus"? Wird es künftig mehr längere Lesestücke im Heft geben?
Ich möchte Ulrich Reitz hier nicht vorgreifen. Er wird seine Vorstellungen in den kommenden Monaten nach und nach einbringen und umsetzen. Wir sind natürlich bereits in Gesprächen. Er begrüßt diesen Schritt sehr. Zwei Dinge sind absehbar: Zum einen soll "Focus" weiterhin mit exklusiven Nachrichten für Schlagzeilen sorgen. Die Redaktion hat in den vergangenen Jahren ja bewiesen, dass sie das kann. Und zum anderen soll "Focus" auch künftig Orientierung bieten. Am Wochenende wird das aktuelle Geschehen eingeordnet und ein Ausblick gegeben. Da könnte sich an den Erzählformen sicherlich etwas ändern.

Sie argumentieren auch mit der Anzeigenvermarktung. Ist der Erscheinungstag für Werbekunden tatsächlich ein wichtiges Argument?
Auf jeden Fall. Wichtig ist ja vor allem die Kontaktzeit mit unserem Produkt - die wird steigen. Wir wissen, dass Menschen am Wochenende ein anderes Leseverhalten zeigen als am Montag oder Dienstag. Unter der Woche sind viele Menschen in Hektik, holen sich schnelle News im Netz. Für einordnende Beiträge ist aber mehr Zeit und Ruhe notwendig. Unser druckfrisches Nachrichtenmagazin erreicht künftig also einen entspannteren Leser. Das ist auch für jeden Anzeigenkunden begrüßenswert.

Erwarten Sie durch das Vorziehen des EVT auch einen positiven Einfluss auf die verkaufte Auflage?
Wir haben natürlich noch keine Erfahrungswerte. Das braucht Zeit. Wir wissen aber, dass viele Leser ihren "Focus" mittlerweile im Lebensmitteleinzelhandel kaufen, zum Beispiel bei Rewe oder Edeka. Und dort sind samstags nun mal viel mehr Menschen als zum Wochenbeginn. Davon möchten wir profitieren.

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