Burda Deutscher Playboy bleibt am Kiosk erhältlich

Freitag, 05. Januar 2018
Die März/April-Ausgabe des "Playboy"
Die März/April-Ausgabe des "Playboy"
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Anfang der Woche ging ein Bericht des Wall Street Journal durch die Medien: Demnach prüft der Playboy die Einstellung des Print-Magazins in den USA. Auch HORIZONT Online berichtete. Grund für die möglicherweise drohende Einstellung ist die stetig sinkende Auflage in Amerika. In Deutschland ist der gedruckte Playboy allerdings nicht gefährdet.
Wie Burda gegenüber HORIZONT Online verrät, hat der Herausgeber Playboy Deutschland Publishing erst im vergangenen Jahr die seit 2002 bestehende Publishing-Lizenz für Print und Online verlängert und sich mit Burda auf eine langfristige Partnerschaft geeinigt. Nach Angaben des Verlags gegenüber HORIZONT Online trägt das Print-Magazin für den deutschen Playboy immer noch maßgeblich zum Gesamtumsatz bei. Im Jahr 2017 sei es nach vielen Jahren gelungen, Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. In diesem Zusammenhang muss sich der Playboy in Deutschland laut Burda keine Gedanken um schwindende Abonnenten machen. Der Verlag spricht von einer starken Auflage und einem "konstanten Abonnentenzuwachs". Demnach konnte der Playboy im 4. Quartal 2017 zum achten Mal in Folge die Anzahl der Abonnenten im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern.  Genaue Zahlen für das 4. Quartal nennt Burda nicht. Im 3. Quartal hatte die verkaufte Auflage laut IVW bei gut 145.000 Exemplaren und die Zahl der Abonnenten bei 39.000 gelegen. 
Playboy "Naked is normal"
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"Der deutsche Playboy hat publizistisch wie auch wirtschaftlich längst eine herausragende Bedeutung im Playboy-Universum. Was zur Folge hat, dass der amerikanische Lizenzgeber uns, dem deutschen Redaktionsteam, eine weitreichende Unabhängigkeit zugesteht", erklärt Playboy-Chefredakteur Florian Boitin. Für die Krise in den USA ist aus Sicht des 50-Jährigen unter anderem der Verzicht auf nackte Frauen verantwortlich. Diese Entscheidung wurde jedoch bereits nach zehn Ausgaben korrigiert.

"Hauptverantwortlich dafür, dass der US-Playboy nun erfreulicherweise wieder erfolgreich seinen Markenkern pflegt, ist der jüngste Sohn des kürzlich verstorbenen Gründers und heutige Kreativ-Chef Cooper Hefner", fährt Boitin fort. "Mit ihm bin ich mir auch vollkommen einig darin, dass das Magazin wieder die Deutungshoheit über die zeitgemäße Darstellung hochwertiger Aktfotografie haben muss. Genauso wichtig ist aber auch, dass Playboy hörbar seine Stimme erhebt, und sich in seinen journalistischen Formaten entschlossen für Freiheit, Toleranz und damit gegen jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung stark macht. Gerade dem Magazin kommt dabei eine bedeutende Rolle zu."

Ben Kohn, CEO von Playboy Enterprises, bestätigt dies. Das weitere Verfahren mit dem Printmagazin in Amerika wird keine Auswirkungen auf die 24 anderen internationalen Playboy-Ausgaben haben. Ob das Heft dort bald wirklich nicht mehr am Kiosk erhältlich ist, ist allerdings noch offen. bre
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