Burda Community Network "Programmatic ist mehr als das Verbinden von Computern"

Montag, 09. Mai 2016
Die BCN-Geschäftsführer Michael Samak (l.) und Stefan Zarnic
Die BCN-Geschäftsführer Michael Samak (l.) und Stefan Zarnic
Foto: HBM/ Daniel Grund
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Michael Samak Burda Andreas Schilling


Digitales Kreativduo: Seit Januar führen Michael Samak und Stefan Zarnic die Geschäfte bei Burda Community Network (BCN), als Nachfolger von Andreas Schilling, der Burda im Oktober 2015 nach zwölf Jahren verlassen hat. Samak ist der Kreative im Führungsduo des größten deutschen Zeitschriftenvermarkters, Zarnic der Digitale. Und wer schaut aufs Hauptgeschäft Print? Auch darüber sprechen beide in ihrem ersten gemeinsamen Interview.

Zuletzt haben etliche Verlage ihre langjährigen Vermarktungschefs ersetzt durch Duos, Trios oder Verlagschefs, die das nebenbei mit erledigen. Solo-Köpfe, die profilbildend für die Vermarktung der Häuser stehen, werden seltener. Was sagt das übers Geschäft aus?
Michael Samak:
Das Business wird komplexer. Unsere Doppelspitze beim BCN folgt der Vorstellung, die das Haus Burda von der Zukunft der Vermarktung hat: Sie wird kreativer und individueller – das erhöht die Anforderungen an die konzeptionelle Beratung. Zugleich muss das Geschäft schneller und effizienter werden, was eine stärkere Automatisierung und Digitalisierung vieler Abläufe erfordert. Stefan Zarnic und ich stehen nicht zuletzt mit unserer beruflichen Vita für diese unterschiedlichen Kompetenzen und Schwerpunkte.

Ist Vermarktung denn kein People-Business mehr, weil Maschinen alles übernehmen und es mehr Rahmenverträge gibt, bei denen die Controller der Kunden die Entscheidungen treffen?
Stefan Zarnic:
Im Gegenteil. Es geht mehr denn je um individuelle Multichannel-Kampagnenpakete für Kunden. Entscheider haben wenig Zeit für Versuche, sondern erwarten schnelle, nachweisbare Erfolge. Wir als BCN bekommen dort nur dann einen Fuß in die Tür, wenn wir das Briefing verstehen, Lösungen anbieten und man uns vertraut. Darauf basiert unser Ansatz: Die besten Lösungen für Kunden und Agenturen anzubieten. Und Programmatic Advertising, bei dem ja gerade die privaten Marktplätze boomen, ist weit mehr als das Verbinden von Computern. Auch hier bleiben persönliche Beziehungen wichtig.

Sie, Herr Samak, verantworten das Kundengeschäft mit Angebotserstellung und Kreation. Sie, Herr Zarnic, führen das Agenturgeschäft und die digitalen Aktivitäten. Für Print jedoch, mit dem Sie 85 Prozent Ihrer Umsätze erzielen, steht niemand mehr in der BCN-Spitze.
Samak:
Doch, wir stehen beide für und voll hinter unseren Zeitschriften. Unsere DNA ist Print. Bei BCN ist Print in vielen Multichannel-Paketen zentrales Medium, qualitativ und quantitativ als Reichweitenbringer. Unsere Aufgabe ist es, BCN als den größten deutschen Zeitschriftenvermarkter zu einem 360-Grad-Vermarkter weiterzuentwickeln. Unsere Medienmarken begleiten den Konsumenten durch den ganzen Tag. Ob an der Bushaltestelle, auf dem Smartphone oder in der Lean-Back-Situation auf dem Sofa. rp

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Doch geht es tatsächlich noch um Medienmarken – oder nicht schon längst um Audience Buying und Zielgruppenpakete, für die einmal dieser Titel oder mal jene Site Kontakte reinbuttert? Wie steht den beiden bei crossmedialen Kampagnen die komplexe Struktur des Burda-Reichs im Weg? Wann ist beim Print-Werbeumsatz endlich der Boden erreicht – und wann können steigende Digitalerlöse sinkende Print-Umsätze auch bei Burda kompensieren? Dieses und mehr (auch zum Umgang mit Programmatic und Mediaagenturen) erörtern Samak und Zarnic in HORIZONT. Das Interview ist erschienen in Ausgabe 18/2016 vom 4. Mai, die auch auf Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.


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