"Bunte" Patricia Riekel spart Papier und Essen

Montag, 28. April 2014
Patricia Riekels Sparprogramm kam per Hauspost
Patricia Riekels Sparprogramm kam per Hauspost

"Eigenwillig" nennt der "Spiegel" das Sparprogramm, das Patricia Riekel in diesen Tagen in den Redaktionsräumen der "Bunten" ausgerufen hat. Dabei ist der Inhalt der Hausmitteilung an die Mitarbeiter alles andere als dramatisch: Es geht um Interviews, die künftig selbst abgetippt werden sollen, um beidseitig bedrucktes Papier und Vorruhestandsmodelle. Eigenwillig ist wohl eher, dass es beim Burda-Flaggschiff bislang offenbar noch anders war. Angesichts der "dramatischen Entwicklung" der Auflagenzahlen in der Zeitschriftenbranche würden die Kostenstrukturen innerhalb der "Bunte"-Redaktion derzeit genau überprüft, bestätigt ein Verlagssprecher auf Nachfrage von HORIZONT.NET. Denn auch das Dickschiff der Burda Style Group ("Freundin", "Elle") muss weiterhin Federn beziehungsweise Auflage lassen: Für das 1. Quartal 2014 vermeldet die IVW 540.297 verkaufte Exemplare, rund 3,7 Prozent weniger als im Vorjahresquartal (560.971 Stück). Deshalb soll nun das Kostenbewusstsein aller Mitarbeiter geschärft werden, heißt es aus München. Niemand wolle am Personal oder an der Qualität des Blattes sparen.

Stattdessen sieht Riekels Sparplan vor, dass Esseneinladungen über 30 Euro künftig vorab von der Chefredaktion abgesegnet werden und Papier beidseitig bedruckt werden muss. Auch Interviews sollen fortan nicht mehr von externen Schreibbüros, sondern von den Redakteuren selbst abgetippt werden. Parallel dazu spricht Riekel laut "Spiegel" mit Redakteuren über Vorruhestandsmodelle - aber auch solche Angebote seien gängige Praxis bei Burda und seit Jahren üblich, betont ein Sprecher.

Außerdem dürfte Riekel im Privaten möglicherweise Lebensgefährte Helmut Markwort auf die Finger schauen, der nach dem Abschluss des Tarifvertrages erst die Sparpolitik deutscher Tageszeitungsverleger kritisiert hat. "Zeitungsverleger sind kreativer im Sparen und Kostendenken als im Eingehen auf die Interessen der Leser. Sie haben inzwischen dermaßen viel gespart, was auch auf die Qualität geht", sagte er im Gespräch mit Newsroom.de. Beidseitig zu bedruckendes Papier wirkt dagegen tatsächlich eher harmlos. kl
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