"Bunte" Patricia Riekel hört nach 20 Jahren als Chefredakteurin auf

Dienstag, 05. April 2016
Gibt Chefredaktion ab: Patricia Riekel
Gibt Chefredaktion ab: Patricia Riekel
Foto: Hubert Burda Media

Bei Hubert Burda geht eine Ära zu Ende: Nach 20 Jahren an der Spitze der "Bunten" zieht sich Chefredakteurin Patricia Riekel aus dem operativen Geschäft des People-Magazins zurück. Ihre Nachfolge tritt Robert Pölzer an, der den Münchner Verlag ebenfalls bereits seit über zehn Jahren die Treue hält.

"Patricia Riekel ist die erfolgreichste Chefredakteurin Deutschlands." Das sagt Burda-Vorstand Philipp Welte, und das Zitat als die übliche Lobhudelei bei einem Personalwechsel abzustempeln, wäre in diesem Fall sicher zu kurz gegriffen. Riekel ist in der Zeitschriftenbranche und darüber hinaus eine Instanz, sie gilt nicht nur als herausragende Journalistin, sondern auch als besonnene Managerin hinter den Kulissen – über Jahrzehnte hinweg. Sie hat "Bunte" 1996 in einer kritischen Situation übernommen und das Magazin zurück an die Spitze des deutschen Zeitschriftenmarktes gebracht. Nach wie vor ist der Titel eines der Flaggschiffe des Hauses Burda, nicht nur im Vertriebs- und Anzeigengeschäft.

1999 übernahm Riekel zudem den Posten der Gründungs-Chefredakteurin der deutschen "Instyle". Unter ihrer Regie etablierte sich der US-Titel in Deutschland zu einem der einflussreichsten Modemagazine für junge Frauen. Ab dem  Jahr 2000 teilt sich die Journalistin gemeinsam mit Welte die Verantwortung für den Medienpreis "Bambi", bis heute leitet Riekel als Vorstand die  2001 gegründete Tribute-to-Bambi-Stiftung.

In diese Fußstapfen, selbst wenn meist auf Highheels zurückgelassen, muss man erst einmal treten. Robert Pölzer, 54, ist seit 2003 bei Burda in unterschiedlichen Chefredakteurspositionen aktiv, zuerst bis 2007 bei "Neue Woche", seitdem bei "Freizeit Revue", "Freizeit Spaß" und "Freizeit Exklusiv". Der studierte Kommunikationswissenschaftler hat seine berufliche Laufbahn als Reporter bei "Bild München" begonnen. Mit 27 Jahren übernahm er seine erste Leitungsfunktion, damals als stellvertretender Chefredakteur von  "Echo der Frau" (1988-1991). Es folgten Stationen als Textchef bei "Super Illu" (1991-1993), als Chefredakteur von "Neue Revue" (1994-1999), als Fotochef von "Bild am Sonntag"  (1999-2000) und als stellvertretender Chefredakteur von "Bild" und "Bild am Sonntag" (2001-2003).

Burda-Boss Welte lobt Pölzer, der die "Bunte"-Chefredaktion am 1. Juli übernimmt, als "höchst versierten Blattmacher mit einem feinen Sinn für die Bedürfnisse der Leser: Er wird die Erfolgsgeschichte von ,Bunte‘ fortschreiben." Für Fragen hat seine Vorgängerin auch weiterhin ein offenes Ohr: Riekel bleibt Burda als Herausgeberin aller Magazine der Mediengruppe Burda Style (Bunte, Donna, Elle, Freundin, Harper’s Bazaar, Instyle) erhalten und verantwortet auch künftig gemeinsam mit Welte den Bambi und die Tribute-to-Bambi-Stiftung.

Pölzers Nachfolge an der Spitze von "Freizeit Revue", "Freizeit Spaß" und "Freizeit Exklusiv" tritt spätestens am 1. September 2016 Kai Winckler an. Der 55-Jährige ist bereits seit 1993 in Chefredaktionen verschiedener Publikationen aus dem Entertainment-Bereich tätig, beispielsweise bei der "Neuen Post" (2008 bis 2010) oder zuletzt bei "Neue Welt" und "Frau Aktuell" (2012 bis 2016). kan

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