Bundestagswahl Snapchat ruft deutsche Nutzer mit einem Filter zur Stimmabgabe auf

Freitag, 01. September 2017
So sieht der Filter zur Bundestagswahl aus.
So sieht der Filter zur Bundestagswahl aus.
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Drei Wochen vor der Bundestagswahl ruft Snapchat seine deutschen Nutzer auf, sich mit ihrer Stimme an der Wahl zu beteiligen. Das Unternehmen, das erst vor wenigen Monaten das erste Deutschland-Büro in Hamburg eröffnete, hat für die Aktion extra einen Filter angefertigt. Die App hat damit Erfahrung: Ein ähnliches Projekt startete Snapchat bereits in UK und in den USA.
Ab heute bekommen deutsche Snapchat-Nutzer die Möglichkeit, ihre Bilder und Videos mit einem Filter zu versehen, der zur Wahl am 24. September aufruft. Die Aktion ist Teil der ​privaten​ ​Initiative​ ​"Mit​ ​mir​ ​90​ ​Prozent", die​ ​das ehrgeizige​ ​Ziel verfolgt,​ ​die​ ​Wahlbeteiligung​ ​bei​ ​der​ ​Bundestagswahl​ ​​auf mindestens​ ​90​ ​Prozent​ ​anzuheben.​ ​Derartige​ ​Wahlbeteiligungen​ ​gab​ ​es​ ​zuletzt​ ​1972 und​ ​1976. Um​ ​dies​ ​zu​ ​erreichen,​ ​hat die Initiative​ ​dutzende​ ​Prominente,​ ​Sportler, Journalisten​ ​und​ ​Medienschaffende​ ​aus​ ​ganz​ ​Deutschland​ ​um​ ​Unterstützung​ ​gebeten. Die​ ​Kampagne​ ​startet​ ​heute​ ​in​ ​den​ ​bekanntesten​ ​sozialen​ ​Medien, darunter eben Snapchat sowie Facebook und Instagram. So spricht die Stimme von Peter Shaw (Die Drei Fragezeichen) etwa Radiospots und Linda Zervakis macht mit einem Kamerateam Umfragen zum Thema “Wahlmotivation”. Den Startschuss macht nun der Snapchat-Filter.

Es ist die erste Aktion dieser Art von Snapchat in Deutschland. In Großbritannien vor den Parlamentswahlen sowie in den USA vor den Präsidentschaftswahlen hatte das Unternehmen aber bereits ähnliche Aktionen gestartet, die vor allem junge Wähler dazu animieren sollten, an die Wahlurne zu gehen. "Snapchat ist gerade für die Erstwähler die perfekte Ansprache", kommentiert Daniela Kunde, Projektleiterin von "Mit mir 90 Prozent". "Spielerisch werden sie auf den Termin und gleichzeitigauf unsere Initiative hingewiesen."

Ob die Filter-Aktion von Snapchat in UK und in den USA erfolgreich war, also junge Wahlberechtigte tatsächlich zur Stimmabgabe animierte, ist nicht klar. Immerhin ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, nachzuweisen, ob jemand wegen eines Snapchat-Filters wählen war. Aber ein Versuch ist es wohl wert - 60 Prozent der Snapchat-Nutzer in Deutschland sind laut Snap über 18 Jahre alt und somit wahlberechtigt. Insgesamt zählt Snapchat hierzulande über fünf Millionen täglich aktive Nutzer. ron
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