Bundestagswahl 2017 Wie die Social-Media-Nutzer mit den Parteien interagieren

Sonntag, 20. August 2017
Storyclash untersucht den Wahlkampf im Social web
Storyclash untersucht den Wahlkampf im Social web
Foto: Storyclash

Der Bundestagswahlkampf ist mit den Kampagnen-Präsentationen der Parteien längst in seine heiße Phase eingetreten. Das Social Web spielt dabei eine große Rolle. Wie es den Parteien gelingt, mit ihren (potenziellen) Wählern zu interagieren, hat Storyclash untersucht. Das österreichische Unternehmen für Social-Media-Monitoring wird daraus ein wöchentliches Stimmungsbild generieren, HORIZONT Online wird dieses jeweils exklusiv veröffentlichen.
Grundlage der aktuellen Auswertung sind rund 3 Millionen Social-Media-Interaktionen zwischen Anfang Juli und Mitte August (KW 27 bis KW 32). Storyclash wendet folgende Methodik an: Als Social-Media-Interaktion gelten Likes, Shares, Kommentare oder sonstige Reaktionen auf ein öffentliches Posting auf Facebook, Instagram oder Twitter. Berücksichtigt werden bei der Analyse stets die einzelnen Parteien und deren Spitzenkandidaten, die laut aktuellen Prognosen die 5 Prozent Hürde überwinden werden sowie eine öffentliche Facebook Seite betreiben. Die erste Auswertung zeigt: Die CDU musste in Sachen Interaktionen in den vergangenen Wochen stark Federn lassen. Von über 266.000 Interaktionen Anfang Juli stürzte die Partei auf knapp 114.000 ab. Storyclash erklärt dies mit dem Urlaub von Kanzlerin Merkel, wegen dem sie in der Woche vom 31. Juli bis zum 6. August keine Facebook-Posts veröffentlichte. Dennoch bleibt die CDU auf Platz 1 bei den Interaktionen - die SPD ist ihr mit rund 111.000 Interaktionen allerdings knapp auf den Fersen.

Wie auch frühere Untersuchungen zeigen, sorgt die Alternative für Deutschland (AfD) im Social Web für reichlich Buzz. Im Interaktionsranking hängen die Rechtspopulisten die anderen Parteien Grüne, FDP und Linke deutlich ab. 

Social Media Interaktionen im Zeitverlauf



Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Zahlen der Social Media Fans aller Parteien: Die CDU und ihre Spitzenkandidatin haben auf den relevanten Kanälen wie Facebook, Instagram oder Twitter deutlich mehr Anhänger als die anderen Parteien. Dabei profitiert die CDU allerdings von der Stärke Merkels, die die anderen Spitzenkandidaten klar distanziert. Unter den Parteien ist die CDU die Nummer 1, dahinter rangieren die Grünen. 

Social Media Fans aller Parteien und deren Spitzenkandidaten



Storyclash hat auch analysiert, auf welchen Plattformen die Parteien und ihre Spitzenkandidaten am häufigsten mit dem Wahlvolk interagieren. Wenig verwunderlich liegt das Reichweiten-Monster Facebook hierbei mit großem Abstand auf Platz 1.

Was auffällt ist, dass AfD und Grüne auf Twitter deutlich aktiver sind als die Konkurrenz. Spätestens seit Donald Trumps Wahlsieg in den USA ist bekannt, dass die 140-Zeichen-Plattform für politische Kommunikation eine große Rolle spielen kann - allerdings hat Twitter hierzulande deutlich geringere Relevanz als in den USA. Dennoch scheinen AfD und Grüne ihre Zielgruppe dort gut errreichen zu können.

Auf diesen Plattformen wird am häufigsten interagiert

 
Auf diesen Plattformen wird am häufigsten interagiert
Auf diesen Plattformen wird am häufigsten interagiert (Bild: Storyclash)


Die letzte Grafik zeigt die Performance auf den Social Media Kanälen von Parteien und Spitzenkandidaten anhand von über 451.140 gemessenen Social Media Interaktionen in der Kalenderwoche 32 im Vergleich mit den Umfrageinstituten Forsa (n=2507) und Emrid (n=1886) sowie das allgemeine Suchinteresse auf Google Trends. 

Social Media Performance im Vergleich zu Umfrageinstituten

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