Bundesliga-Rechte Sky bleibt Bundesliga-Sender Nummer 1, DFL steigert Erlöse auf über eine Milliarde Euro

Donnerstag, 09. Juni 2016
DFL-Chef Christian Seifert kann sich über eine statte Erlössteigerung freuen
DFL-Chef Christian Seifert kann sich über eine statte Erlössteigerung freuen
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat bekanntgegeben, welche Sender ab der Saison 2017/18 die Partien der Fußball-Bundesliga zeigen werden. Sky behält demnach einen Großteil der Rechte, lediglich die Partie am Freitagabend geben die Unterföhringer ab. Dieses Spiel überträgt künftig Eurosport. Die Free-TV-Rechte wechseln von der ARD zum ZDF. Das Ergebnis der Ausschreibung bringt der DFL die gewünschte Erlössteigerung auf über eine Milliarde Euro pro Jahr.
Sky wird auch weiterhin die Samstagskonferenz, die Live-Spiele am Samstag und Sonntag als Einzelpartien sowie erstmals die komplette 2. Bundesliga live und über alle Verbreitungswege zeigen. Insgesamt laufen bei dem Sender künftig 572 von 612 Spielen der 1. und 2. Bundesliga. Besonders bitter ist dieses Ergebnis für Sport 1, das bislang das Montagabend-Spiel der 2. Bundesliga zeigt. Der Discovery-Konzern sicherte sich mit seinem Sender Eurosport das Paket A, das die Partie am Freitagabend um 20.30 Uhr, fünf Ausweichpartien pro Saison am Sonntag bzw. Montag sowie die Relegationspartien für die 1. Bundesliga beinhaltet (insgesamt 45 Partien). Da es sich bei diesem Paket um ein reines Pay-Angebot handelt, wird Discovery das Spiel auf dem Bezahlsender Eurosport 2 übertragen.
Das Ergebnis der Liverechte-Auktion
Das Ergebnis der Liverechte-Auktion (Bild: DFL)
Für Sky bedeutet dieses Ergebnis, dass der Sender künftig nicht mehr mit dem Slogan "Alle Spiele, alle Tore" werben kann. Gleichzeitig umgehen die Unterföhringer die so genannte No Single Buyer Rule. Diese hätte vorgesehen, dass beim vollumfänglichen Erwerb aller Rechte durch einen Sender ein Over-The-Top-Paket auf den Markt gekommen wäre. Dieses hätte insgesamt 102 Spiele für die Verbreitungswege Smartphone und Tablet umfasst.

Eine Überraschung gab es im Bereich der Live-Rechte für das frei empfangbare Fernsehen: Das Paket H, das die Auftaktpartie, ein Spiel am letzten Spieltag der Vorrunde, eines am ersten Spieltag der Rückrunde sowie die Relegation und den Supercup beinhaltet, sicherte sich das ZDF. Bislang ist die ARD im Besitz der Free-TV-Rechte. Auch bei den Highlight-Rechten kommt es zu Verschiebungen. Die wohl wichtigste: Die Internet-Rechte (Paket O) gehen an die Perform Group mit ihrer Online-Plattform Spox.com. Der Axel-Springer-Konzern, der bislang Highlight-Clips der Bundesliga auf bild.de verbreitet, geht hingegen leer aus. Die ARD-"Sportschau" bleibt derweil ebenso bestehen wie das "Aktuelle Sportstudio" im ZDF und der "Doppelpass" bei Sport 1.
Diese Sender sicherten sich Highlight-Rechte
Diese Sender sicherten sich Highlight-Rechte (Bild: DFL)
Das Ergebnis der Auktion bringt der DFL eine satte Erlössteigerung von 85 Prozent. Bislang verdient die Bundesliga aus der Vermarktung der nationalen Medienrechte im Schnitt 628 Millionen Euro pro Saison. Ab der Spielzeit 2017/18 werden es 1,159 Milliarden Euro pro Jahr sein. Rechnet man die Erlöse aus der Auslandsvermarktung hinzu, wird die DFL ihr Ziel erreichen, künftig zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro mit ihren Medienrechten zu verdienen. Man rechnet mit Einnahmen von insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Zu einer weiteren großen Überraschung kam es bei den Audio-Rechten: Im klassischen UKW-Bereich bleibt die ARD der Bundesliga-Sender - in der Kategorie Web/Mobile setzte sich Amazon durch. Amazon tritt damit zum ersten Mal als Rechte-Inhaber einer großen Fußball-Liga auf. Der große Verlierer auch hier: Sport 1.

"Das Ausschreibungsergebnis ist ein wichtiger Schritt mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des deutschen Spitzenfußballs", kommentiert DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. "Die Bundesliga hat nun beste Voraussetzungen, weiterhin zu den drei umsatzstärksten Fußball-Ligen der Welt zu gehören und damit Spitzensport auf höchstem Niveau zu präsentieren. Gleichzeitig sind die investierten Summen ein großer Vertrauensvorschuss. Dem gilt es für die Clubs in den kommenden Jahren gerecht zu werden." ire
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