Fußball-Bundesliga Die Reaktionen der Beteiligten auf die Vergabe der TV-Rechte

Donnerstag, 09. Juni 2016
Die Bundesliga-Rechte sind vergeben
Die Bundesliga-Rechte sind vergeben
Foto: DFL
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Die Bundesliga-Rechte für die Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 sind vergeben. Aufatmen dürften in erster Linie Sky und die Deutsche Fußball Liga. Doch es gibt auch Verlierer. HORIZONT Online hat die Entscheider-Statements zum Ausgang der Auktion gesammelt.
Die wichtigsten Ergebnisse: Sky bleibt im Besitz nahezu aller Bundesliga-Rechte und zeigt zudem künftig erstmals die 2. Bundesliga komplett live und über alle Verbreitungswege. Lediglich die Partie am Freitagabend sowie fünf Spiele pro Saison, die als Ausweichpartien für die Europacup-Teilnehmer gedacht sind, gehen an Eurosport. Die Live-Rechte im frei empfangbaren Fernsehen wandern von der ARD zum ZDF. Bei den Highlight-Rechten bleibt nahezu alles beim Alten: ARD-"Sportschau", das "Aktuelle Sportstudio" im ZDF und der "Sport 1 Doppelpass" bleiben erhalten.
Christian Seifert
Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images

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Sport 1 ist trotzdem der große Verlierer der Auktion: Der Sender hatte als Ziel ausgegeben, den Status Quo der aktuellen Rectesituation zu halten. Das hat nicht geklappt: Neben der Zweitliga-Partie am Montagabend verliert Sport 1 auch die Audio-Rechte. Dennoch verbucht Geschäftsführer Olaf Schröder das Ergebnis als Erfolg: Mit dem Zeitfenster am Sonntagmorgen behalte man das wichtigste Recht.

Zufrieden zeigt sich auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert - und zwar völlig zu Recht: Die Bundesliga steigert ihre nationalen Medienrechte um sagenhafte 85 Prozent auf insgesamt 4,64 Milliarden Euro. Pro Saison verdient die Liga damit 1,16 Milliarden Euro.

So bewerten die Beteiligten die Vergabe der Bundesliga-Rechte

Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutsche Fußball Liga

(Bild: DFL)
"Das Ausschreibungsergebnis ist ein wichtiger Schritt mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des deutschen Spitzenfußballs. Die Bundesliga hat nun beste Voraussetzungen, weiterhin zu den drei umsatzstärksten Fußball-Ligen der Welt zu gehören und damit Spitzensport auf höchstem Niveau zu präsentieren. Gleichzeitig sind die investierten Summen ein großer Vertrauensvorschuss. Dem gilt es für die Clubs in den kommenden Jahren gerecht zu werden. Für die Zuschauer bedeutet das: Auch künftig wird in etablierten Sendefenstern deutscher Topfußball zu sehen sein – und dass sowohl bei bewährten als auch bei neuen Medienpartnern."

Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung Sky Deutschland

(Bild: Sky/Andreas Hoffmann)
"Das heutige Ergebnis der Rechteausschreibung ist eine sehr gute Nachricht für unsere Kunden und zukünftigen Abonnenten. Es stellt sicher, dass nur Sky ab der Saison 2017/18 nahezu alle Spiele der Bundesliga sowie sämtliche Spiele der 2. Bundesliga live übertragen wird. Vor allem die erstmalige exklusive Live-Übertragung aller Topspiele der 2. Bundesliga am Montagabend stärkt unsere Position als Live-Fußballsender Nummer 1 in Deutschland. Wir sind mit einer klaren Zielsetzung in den Ausschreibungsprozess gegangen und mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden. Es bieten sich ideale Voraussetzungen dafür, unser dynamisches Wachstum der vergangenen Jahre auch in Zukunft fortzusetzen."

Peter Hutton, CEO Eurosport 

(Bild: Eurosport)
"Die Bundesliga in Deutschland und die Olympischen Spiele europaweit stehen mit Sicherheit an oberster Stelle, wenn man sich unser Ziel betrachtet, noch mehr Premium-Rechte und noch mehr relevante Sportinhalte zu sichern. Wir freuen uns sehr, unsere starke Partnerschaft mit der DFL nun intensivieren zu können und die Bundesliga den Fans in Deutschland als Vorzeigeprojekt mit höchstem Anspruch zu präsentieren."


Volker Herres, Programmdirektor ARD

(Bild: ARD)
"Heute ist ein guter Tag für alle Fans, für den Fußball und auch für uns. Das bewährte Zusammenspiel zwischen der Deutschen Fußball Liga und der ARD geht in die Verlängerung. Fußball ist hierzulande die Sportart Nr. 1. Das passt bestens zum Ersten."

Thomas Bellut, ZDF-Intendant

(Bild: Foto: ZDF)
"Wir haben unser wichtigstes Ziel erreicht – das 'Aktuelle Sportstudio' behält seine attraktiven Bundesliga-Verwertungsrechte einschließlich des Spiels der Woche. Es bleibt damit eine Top-Adresse für alle Sportfans, die an den Highlights und Hintergrundinformationen interessiert sind."

Olaf Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung Sport1

"Mit diesen Nachverwertungsrechten an der Bundesliga und 2. Bundesliga am Sonntag haben wir das für uns wichtigste Paket erworben. Somit haben wir eines unserer Kernrechte auch weiterhin langfristig in unserem Portfolio. Wir freuen uns auf die Fortführung derlangjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit mit der DFL. Auch ab der Saison 2017/18 werden wir allen Fußballfans eine hochwertige, umfangreiche und multimediale Bundesliga-Berichterstattung bieten."

Bianca-Maria Dardon, Unternehmenssprecherin Axel Springer

(Bild: Axel Springer)
"Wir haben beim Bieterverfahren der DFL für die audiovisuellen Medienrechte teilgenommen und ein wirtschaftlich vertretbares Gebot abgegeben. Leider haben wir mit unserem Gebot keinen Zuschlag erhalten. Der Erwerb eines Rechtepakets zu höheren als von uns abgegebenen Konditionen wäre für uns wirtschaftlich nicht vernünftig gewesen. Kostendisziplin hat bei aller Attraktivität der Inhalte für uns stets eine hohe Bedeutung. Auch ohne die Bundesliga-Videos bleibt Fußball und die Bundesliga eine klare Kernkompetenz von Bild. Das werden wir zur Fußball-Europameisterschaft einmal mehr unter Beweis stellen."

Matthias Bolhoefer, RTL-Sprecher

RTL will Margarete Schreinemakers zurückholen
RTL will Margarete Schreinemakers zurückholen (Bild: RTL)
"Wir haben alle auf dem Markt offerierten Fußball-Rechte sehr genau geprüft. Unter allen wirtschaftlichen und programmstrategischen Abwägungen und mit den glänzenden Quotenerfolgen zuletzt bei der EM-Qualifikation im Rücken, haben wir mit den 28 Live-Spielen der Nationalmannschaft das für uns attraktivste Rechtepaket erwerben können. 
Vor dem Hintergrund, dass wir natürlich nur das bieten konnten, was gesamtunternehmerisch zu vertreten ist, sind wir sehr glücklich und optimal für die nächsten Jahre aufgestellt."

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender FC Bayern München

(Bild: FC Bayern München)
"
Das ist ein ausgezeichnetes, ich würde schon sagen überragendes Ergebnis. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die Spitzenvereine stehen international unter großem Druck. Daher ist es wichtig, dass diese Steigerung kommt. Das hilft uns, im internationalen Wettbewerb zu bestehen." ire/mit Material von dpa
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