Buchriese Bertelsmann will Anteil an Penguin Random House offenbar aufstocken

Mittwoch, 08. Oktober 2014
Der Hauptsitz von Penguin Random House in New York
Der Hauptsitz von Penguin Random House in New York
Foto: Foto: Bertelsmann

Bertelsmann plant offenbar, seinen Anteil an dem Buchverlag Penguin Random House auszubauen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Aktuell hält der Medienkonzern 53 Prozent am größten Buchverlag der Welt.
Penguin Random House ist im vergangenen Jahr aus der Fusion der beiden Buchriesen Penguin Books der britischen Verlagsgruppe Pearson und der Bertelsmann-Tochter Random House entstanden. Bertelsmann besitzt mit 53 Prozent bereits jetzt die Kontrollmehrheit und kann Entscheidungen auch ohne die Zustimmung von Pearson treffen. Bei der Fusion 2013 betonte Bertelsmann allerdings, dass man wichtige Entscheidungen einvernehmlich treffen wolle. Nach Informationen von Bloomberg will Bertelsmann seinen Anteil dennoch weiter aufstocken. Pearson sei grundsätzlich bereit, sich von seinem Anteil zu trennen. Konkrete Gespräche gebe es allerdings noch nicht. Gemäß den Fusionsvereinbarungen dürfen Bertelsmann und Pearson drei Jahre nach der Bekanntgabe der Fusion ihre Anteile verkaufen. Die jeweils andere Seite hat dabei ein Vorkaufsrecht. Außerdem kann Pearson ab Oktober 2015 unter bestimmten Umständen Bertelsmann aufzufordern, alle Anteile an Penguin Random House zu übernehmen. Sollte Bertelsmann sich entscheiden, die Anteile von Pearson nicht zu erwerben, hat Pearson das Recht, eine Rekapitalisierung von Penguin Random House zu beginnen. Nach fünf Jahren kann jeder der beiden Partner außerdem einen Börsengang des Verlags verlangen.

Bertelsmann wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Man sei mit der Entwicklung von Penguin Random House in den ersten 15 Monaten aber sehr zufrieden und setze den Integrationskurs weiter fort. Der Umsatz der Verlagsgruppe stieg im vergangenen Jahr um fast ein Viertel auf 2,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis lag bei 363 Millionen Euro. dh
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