"Bravo"-Studie Sex mit 17, Nacktbilder mit 14 und Selfies mit 12

Montag, 25. Januar 2016
Bei jungen Menschen hat das Internet die klassischen Medien abgehängt
Bei jungen Menschen hat das Internet die klassischen Medien abgehängt
Foto: Colourbox
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Viele Selfies schießen, das Körpergewicht kontrollieren und Pornos gucken. Wenn man den Zahlen der "Dr. Sommer-Studie 2016" Glauben schenken möchte, sind das Merkmale der "Generation Selfie". Danach sei sie, geprägt durch soziale Netzwerke, aber keineswegs früher sexuell aktiv als Jungen und Mädchen vor ihr.

Plattformen wie Youtube, Facebook, Snapchat und Instagram werden unter Jugendlichen immer häufiger genutzt. Auch Youporn erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Und dennoch: Die These von der immer freizügigeren und frühreifen Generation sei nicht zu halten, so die Studienmacher. Sie lasse sich eher Zeit mit sexuellen Erfahrungen: Erst 27 Prozent der befragten 16-Jährigen und 47 Prozent der 17-Jährigen hatten schon einmal Geschlechtsverkehr. Dabei fühlen sich die Jugendlichen gut informiert in Sachen Liebe und Sexualität: Die Verhütungsklassiker Kondom (Mädchen: 68 Prozent, Jungen: 84 Prozent) sowie die Pille (Mädchen: 74 Prozent, Jungen: 32 Prozent) liegen im Ranking vorn.

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Die körperlichen Veränderungen in der Pubertät machen vielen Jugendlichen zu schaffen. Nur die Hälfte der Mädchen (52 Prozent) und 67 Prozent der Jungen sind laut Auswertung mit ihrem Körper zufrieden. Besonders brisant: Das Gewicht spielt in der Wahrnehmung eine enorme Rolle. Die Mehrheit (78 Prozent) meint, dass es einen Zusammenhang zwischen Beliebtheit und "Dünn sein" gibt. Nur etwa die Hälfte der 12-jährigen Mädchen ist mit ihrem Gewicht zufrieden. Viele Mädchen, und bereits jede Dritte ab 13 Jahren, kontrollieren regelmäßig das Gewicht. Diäten spielen deshalb auch früh eine Rolle: Schon jede zehnte Elfjährige und jede vierte Zwölfjährige sagt, sie habe eine Diät gemacht, um abzunehmen.

Kein Wunder, dass den Jugendlichen die Außenwirkung und der Vergleich mit Gleichaltrigen besonders wichtig ist. Schon fast die Hälfte der 12-jährigen Mädchen nutzt Social Networks wie Instagram, Facebook und Co, um Selfies zu posten und sich das (gewünscht positive) Feedback einzuholen. Mädchen sind dabei aktiver als Jungen, ihre Fotos öffentlich zu machen. Im Alter ab 13 Jahren sagen im Durchschnitt 67 Prozent der Mädchen und 49 Prozent der Jungen, sie posteten Selfies im Netz," kommentiert "Bravo"-Chefredakteurin Nadine Nordmann die Ergebnisse.Der Schritt von Selfies zu Nacktbildern ist nicht weit. Jeder zehnte Jugendliche im Alter von 14 hat bereits Bilder in erotischen Posen von sich gemacht. Dass solche Postings oft eine gewissen Eigendynamik entwickeln, mussten schon einige am eigenen Leib erfahren: 23 Prozent der befragten Mädchen und 16 Prozent der Jungen wurde schon mal wegen ihrer Fotos gemobbt.

Pornografie spielt für die Mehrheit der befragten Mädchen und die Hälfte der befragten Jungen keine Rolle. Mehr Jungen als Mädchen haben Interesse an pornographischen Inhalten (Fotos oder Bewegtbild): Die Hälfte der 15-jährigen Jungen und ein Drittel der Mädchen im selben Alter haben schon "echte Pornos" gesehen: die große Mehrheit im stationären (85 Protzent) sowie im mobilen Internet (30 Prozent der Mädchen und 41 Prozent der Jungen).

Insgesamt wurden 2.492 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und 17 Jahren online über das Marktforschungstool "Youth Insight Panel" (YIP) von "Bravo" sowie bevölkerungsrepräsentativ über das Institut respondi befragt. ron

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